Das Festhalten von Alltagskontexten in fotografischen Bildern ist meist von einer hohen Flüchtigkeit geprägt. Gleichzeitig entsteht durch die zeitliche Wahl und die subjektive Festlegung des Bildausschnitts ein Machtverhältnis zwischen dem/der Fotograf*in und dem Gegenüber. Mit diesen visuellen Inhalten füllt sich das Archiv einer persönlichen Weltbetrachtung.
Bei der Durchsicht meines Archivs, das über einen Zeitraum von 45 Jahren entstanden ist, habe ich analoges Filmmaterial in Form von Kleinbildnegativen und Mittelformaten entnommen. Die Wahl der Bildinhalte erfolgte assoziativ. Unterschiedliche Filmstreifen wurden übereinandergeschichtet, die Lagen verdoppelt, manchmal auch verdreifacht. Durch die Lichtdurchdringung der gewählten Passstücke ergab sich eine neue Verbindung der unterschiedlichen Motive. Bei der manuellen Überlagerung machte eine kontrollierte Ungenauigkeit den Prozess erkennbar. Dabei wurden die Perforation oder der Negativrand durchwegs nicht zur Deckung gebracht, manchmal deutlich verschoben. Mitunter wurde das Ausgangsmaterial an die Grenze des Erkennbaren geführt.
Die Materialität tritt in die Sichtbarkeit.
An Orten zu fotografieren, an denen schon alle waren, hat Herbert Koeppel nie interessiert. Diese, wo es bereits millionenfach geklickt hat, hat er bisher immer ausgelassen. Paris, Rom, Ägypten – nichts hatte ihn dorthin gezogen. Das Mantra der Vielreisenden – „Das muss man gesehen haben“ – hat bei ihm immer Unverständnis ausgelöst.
Und trotzdem hat er in den letzten sieben Jahren Sehenswürdigkeiten aus Europa, Nordamerika, Australien, Asien und Afrika fotografiert. Ohne Selfie. Ohne Posting in den sozialen Medien. Ohne versäumte und überbuchte Flüge, ohne Zwischenstopps und Zwischenlandungen auf überfüllten Flughäfen.
Diejenigen, die Herbert Koeppel und seine Haltung kennen, werden sich nun fragen: „Wie ist das möglich?“
Die Antwort hängt in der Ausstellung.
VERNISSAGE
Do 23.4.26 19 Uhr
ERÖFFNUNGSTAGE
Fr 24.4.26 15-18 Uhr
So 26.4.26 13-18 Uhr
Herbert Koeppel ist Do 23.4., Fr 24.4., und So 26.4. in der Galerie anwesend.
| Di 07.04. | 15:00 - 19:00 |
| Fr 10.04. | 15:00 - 18:00 |
| Di 14.04. | 15:00 - 18:00 |
| Di 16.04 | 15:00 - 18:00 |
| Do 23.04. | 18:00 - 21:00 |
| Fr 24.04. | 15:00 - 18:00 |
| So 26.04. | 13:00 - 18:00 |
| Di 28.04. | 15:00 - 18:00 |
| Mi 29.04. | 15:00 - 18:00 |
| Do 30.04. | 15:00 - 18:00 |
Tummelplatz Galerie
Tummelplatz 4
4020 Linz
Eingebettet im historischen Altstadtkern von Linz, umgeben vom Landestheater und dem Linzer Schlossberg.
Mit der Eröffnung der Galerie am Tummelplatz habe ich mir einen lang gehegten Wunsch erfüllt: eine eigene Galerie zu betreiben. Wie der Name bereits verrät, befindet sich unsere Galerie am Tummelplatz, eingebettet in den historischen Altstadtkern von Linz.
Der Tummelplatz bietet einen angenehmen, ruhigen Rahmen, um fotografische Arbeiten in wechselnden Ausstellungen einem interessierten Publikum zugänglich zu machen.
Galerienutzung: Unsere Galerie steht nicht nur uns selbst offen – sie ist ebenso für andere Fotograf:innen konzipiert. Bei der Auswahl unserer Ausstellungen legen wir Wert auf ein breites Spektrum fotografischer Ausdrucksformen.