Florianer Lauf · 5 km Hauptlauf
4. Juli 2026
Countdown
Gewicht
08.06.26 / 87,3kg
03.06.26 / Am Abend laufen zu gehen, nach einem Tag, der um sechs Uhr begonnen hatte, ist anstrengender als gleich in der Früh loszulegen. Das weiß man eigentlich. Trotzdem hatte ich mich von der Wettervorhersage überzeugen lassen, den Morgenlauf ausfallen zu lassen und stand dann erst gegen halb acht am Abend in den Laufschuhen.
3 km. Eine Minute schnelles Gehen, drei Minuten Laufen. Ich war wieder zu schnell. Das hatte ich diese Woche schon einmal festgestellt, und heute hat es sich wiederholt. Vielleicht sollte ich es beim nächsten Mal andersherum versuchen: das Aufwärmen ausdehnen und dann, statt ins schnelle Gehen zu verfallen, gleich ruhig mit drei Minuten Laufen beginnen. Und ich sollte auch endlich sicherstellen vor dem Laufen, dass ich meine Laufschuhe auch ordentlich fest zugebunden habe.
Zum Wetter. Am Weg vom Bus nach Hause hatte sich Regen angekündigt. So war es dann auch. Ich bin seit Jahren nicht mehr im Regen gelaufen und hatte völlig vergessen, was für ein Laufgefühl das sein kann, wenn die Temperatur dazu passt.
Regen, Sonnenschein, Gegenlicht, die Tropfen in der Luft, etwas, von dem ich gar nicht mehr wusste, dass ich es vermisse.
Und fast am Ende der Strecke, dort wo beim Florianerlauf das Ziel sein wird, gab es noch einen Regenbogen.
01.06.26 / Einmal auf die Waage die Woche, das reicht. Die alte Analogwaage ist in Rente, ersetzt durch eine andere alte, aber diesmal digitale. Körpergröße, Alter, Aktivitätslevel eingepflegt, dann unbekleidet draufgestellt, so wie die Anleitung es verlangt.
Was mich überraschte: Die Abweichung zur Vorgängerin betrug gerade mal 100 Gramm, das war interessant und hätte ich so nicht gedacht. Aber wie heißt es nochmal so schön: "Was es wiegt, das hat es auch!"
31.05.26 / Eigentlich war gestern Lauftag. Der Plan stand. Nur die Woche davor hatte andere Pläne gehabt, vollgepackt, an zwei Tagen auch schlafarmer als gedacht. Als ich nach Hause kam, meldete sich vor allem eines: Hunger. Intensiver, unmissverständlicher Hunger. Das Laufen blieb aus.
Also heute früh, hinaus in die nebelfeuchte Landschaft.
Schema L hat dabei eine kleine, aber nicht unerhebliche Änderung erfahren: die Streckenlänge. In den nächsten Tagen wächst die Runde von 2,5 auf 3 km. 500 Meter klingen nach wenig. Sind es aber nicht. Das Ziel bleibt, die 5 km vor dem 4. Juli in einem Stück durchzulaufen. Aber einstweilen besteht die Runde noch aus einer Minute zügigem Gehen, drei Minuten Laufen.
Der kleine Hügel, der mir beim Florianerlauf zweimal in die Quere kommen wird, heute habe ich ihn in einem Zug durchgelaufen und bin danach noch ein Stück weiter gekommen. Das richtige Lauf-Tempo zu finden bleibt eine Herausforderung. Daran muss ich arbeiten.
Morgen geht es gleich wieder in der Früh raus. Der „zusätzliche Termin“ ist notwendig um den Rhythmus für die kommende Woche einhalten zu können. Mittwoch, Freitag, Sonntag. Beim Freitag allerdings steht noch ein Fragezeichen. Ein Workshop in Salzburg, ein längerer Tag, ob danach noch ein Lauf drin ist, wird sich zeigen.
Ab morgen gibt es noch eine andere Neuerung. Die alte Waage mit analoger Anzeige, die eigentlich immer im Verdacht stand, nicht ganz die Wahrheit zu sagen ist Geschichte. Ersetzt durch ein digitales Modell, das neben dem Gewicht auch Fettanteil, Wasseranteil und Muskelmasse anzeigt. Wie weit meine bisherigen Angaben damit übereinstimmen, wird sich zeigen. Mit gewissen Abweichungen rechne ich.
Aber wie es so schön heißt: "Was es wiegt, das hat es auch!"
28.05.26 / Letztens hatte der Tag um 5:30 Uhr begonnen. Laufen und danach ein langer Tag im Rahmen der Galerie. Früh morgens laufen ist, wie ich festgestellt habe, unheimlich erfrischend. Am Abend merkt man dann allerdings schon, dass der Tag lang geworden war. Erfrischend und völlig wach im Kopf macht es trotzdem, so auch heute wieder.
Mein heutiger Halb-Florianerlauf fühlte sich irgendwie besser an als der vor zwei Tagen. Das Schema mit 1 Minute schnelles Gehen und 3 Minuten Laufen ist diese Woche fixer Bestandteil meiner Runde. Die kurze Strecke von Taunleiten zur Mittelschule mit dem Rad erweist sich mittlerweile als gute Aufwärmübung für die Beine. Trotzdem ziehe ich mich in der Früh auf dem Rad lieber etwas wärmer an, denn auch wenn es im Moment untertags schnell sehr warm wird, ist es morgens einfach frisch.
Der 5-km-Lauf am 4.7.26 startet um 14 Uhr. Da wird es sicherlich spannend, wie das Wetter an diesem Tag wird. Kühler wäre nicht schlechter, betrachtet man die Temperaturen der letzten Tage um diese Uhrzeit, wären das sehr heiße Läufe geworden. Aber es sind noch 37 Tage hin. Man wird sehen.
Als ich vor etwas mehr als einem Monat wieder mit dem Laufen begann, ging es danach immer gleich unter die Dusche. Wie ich nun gelernt habe, dauert die Regeneration doch etwas länger. Sich ordentlich und in aller Ruhe durch die Cooldown-Phase zu bringen, gehört zur Bewegung dazu. Danach etwas dehnen und der Weg mit dem Rad retour, langsam gefahren, ohne Kopfhörer trägt dann noch zum Abkühlen bei. Mit dem Duschen zu warten, bis man wirklich vom Laufen runtergekommen ist, wirkt auch besser. Früher hatte ich immer gleich danach geduscht. Nun nicht mehr und ich schwitze jetzt auch nach der Dusche nicht mehr weiter.
26.05.26 / 87kg Der lange Tag eines Lauf-Wiederanfängers hat heute um 05:30 Uhr begonnen. Dafür gab es zwei Gründe. Da wären zunächst die für heute Nachmittag angekündigten hohen Temperaturen und außerdem bin ich ab dem Vormittag in Linz. Ab 10 Uhr wird eine Tagesausstellung in der Galerie aufgebaut, um 18 Uhr ist dann Vernissage. Also musste ich heute Morgen raus. Angesichts von angenehmen 17 Grad kurz vor sechs Uhr früh eine gute Entscheidung.
Das Schema-L(aufen )habe ich heute etwas verändert. Es geht ja darum, dass ich längere Strecken schaffe, wie in meinem Fall die 5 km beim Florianerlauf durchzulaufen. Wer hätte gedacht, dass ich 5 km einmal als „längere Strecke" bezeichnen würde. Also wechselten sich heute 1 Minute schnelles Gehen mit 3 Minuten Laufen ab. Den Hügel auf der Strecke, meinen verlässlichen Gegner, konnte ich heute, da ich länger am Stück lief, fast bis zur Mitte „anlaufen".
Die letzten Trainings-Einheiten, wobei „Training" doch etwas großspurig klingt lagen beide am frühen Morgen. Es ist bemerkenswert, wie gut man sich danach eigentlich fühlt. Heimkommen, den Körper runterkühlen lassen, frühstücken, dann unter die Dusche. Der Start in den Tag hat dadurch, eine eigene besondere Qualität bekommen.
Irgendwie eröffnet sich dabei eine völlig andere Art, den Morgen zu gestalten. Anstatt aufzustehen, zu frühstücken und dann loszuarbeiten, bringt die Bewegung davor, so scheint es mir jedenfalls einen merklich klareren Blick und viel mehr Interesse einfach in den Tag hineinzustarten.
Das Gewicht ist wieder etwas gesunken, wie die wöchentliche Messung gestern ergab. Wobei ich der alten analogen Waage nicht so ganz traue, was die genaue Anzeige betrifft. Eindeutig erkennbar ist einzig die Tendenz nach unten. Wie die Zahl wirklich aussieht, werde ich nächsten Montag auf einer anderen Waage beurteilen. Bis dahin wird fleißig gelaufen und natürlich auf die Ernährung geachtet.
24.05.26 / Bisher bin ich meine Trainingsläufe immer am späten Nachmittag gelaufen. Heute aber und das nach vielen, vielen Jahre wieder zum ersten Mal, habe ich die kühlere Morgenstunde genutzt. Gegen halb acht waren es noch knapp unter 20 Grad. Für den Nachmittag, zu meiner sonst üblichen Laufzeit, waren fast 30 Grad angekündigt. Nach einer halben Tasse Kaffee beschloss ich, meinem Kreislauf zuliebe gleich loszuziehen.
Wobei, der Kaffee ist ohnehin eine eigene Geschichte. Koffein entspannt die Atemmuskulatur, fördert den Fettstoffwechsel und schont damit die Energiereserven in den Muskeln. Ob es daran lag, oder einfach daran, dass ich diese Woche bereits viermal draußen war, dass sich das Atmen auf meinem Halb-Florianerlauf leichter anfühlte, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Aufpassen muss man allerdings mit der Verdauung. Koffein regt diese bekanntlich an, ein kurzer Abstecher ins stille Örtchen vor dem Laufen ist also keine schlechte Idee.
Der frühmorgendliche Ausflug hat gut getan, wirklich gut. Die frische Luft hat etwas, das sich nur schwer beschreiben lässt und der Tag fängt sich damit anders an als sonst. Die Strecke habe ich wie bisher absolviert: eine Minute schnelles Gehen, zwei Minuten Laufen. Der kleine Hügel auf der Strecke ging heute etwas besser als beim letzten Mal. Zumindest hat er mich psychologisch weniger beeindruckt als zuvor. Ab einem bestimmten Punkt habe ich den Gehsteig weggelassen und bin direkt am Straßenrand gelaufen. Das ständige Rauf und Runter vom Bordstein ist auf Dauer einfach lästiger als es klingt. Zum Abschluss das FreeGym, das ich mittlerweile schätzen gelernt habe. Das Ziehen in der Bauchmuskulatur und in den Oberarmen wird noch ein paar Tage brauchen, bis es nachlässt. Aber das wird schon.
22.05.26 / Warm war es heute. Als ich mit dem Rad von daheim Richtung Mittelschule unterwegs war, zeigte das Thermometer im Garten gut 25 Grad. Genau richtig für kurze Hosen und ein kurzärmeliges Shirt.
Heute stand wieder der Halb-Florianerlauf am Programm. Eine Minute zügig gehen, zwei Minuten laufen. Das kleine Hügelchen habe ich zuerst im Laufschritt genommen, dann eine Minute im Gehen bewältigt und die letzten Meter wieder laufend abgeschlossen. Bis zum Start des Florianerlaufs möchte ich es schaffen, den Hügel zweimal am Stück durchzulaufen. Noch ist das eher ein Plan mit freundlicher Zukunft, aber genau dafür ist Training da.
Das FreeGym von vorgestern hat sich im Nachhinein ebenfalls gemeldet. Muskelkater im Bauchbereich, ausgelöst von gerade einmal zehn Sit-ups an einem der Geräte. Sauber ausgeführt allerdings, so wie es die Anleitung vorgesehen hat. Man kann sagen: korrekt trainiert, effektiv gelitten.
Der Zieleinlauf bei der St. Florianer Mittelschule geht bergab. Klingt nach Vorteil, fühlt sich im Moment aber noch nicht ganz so an. Kurz vor dem Ziel läuft der Soundtrack von Rocky IV zuverlässig mit. Zeitlos motivierend, auch nach all den Jahren.
Im Zielbereich versuche ich dann wie früher noch einmal alles herauszuholen. Viel ist es derzeit nicht, aber der Versuch zählt. Dieses letzte Anziehen hat trotzdem etwas für sich, auch wenn ich danach deutlich außer Atem im Ziel der Halb-Florianerlaufstrecke ankomme.
20.05.26 / Was ich aus früheren Zeiten noch weiß: Ohne vernünftige Laufschuhe wird das nichts. Also gab es heute neue. Mehr als zwei Jahrzehnte sind vergangen, seit ich zuletzt welche gekauft habe. Was für eine seltsame Zeitspanne, über die man kaum nachdenkt, bis man plötzlich im Schuhgeschäft steht und sich fragt, wie das passieren konnte.
Die neuen Schuhe wurden am Nachmittag gleich eingeweiht. Die Streckenführung des Florianerlaufs ist seit Längerem auf florianerlauf.at einsehbar und so entschloss ich mich, die nächsten sieben Wochen bis zum Lauf auf eben dieser Strecke zu trainieren. Das Ziel ist klar: ankommen am 4. Juli.
Heute stand demnach der halbe Florianerlauf auf dem Programm, also 2,5 km. Das Gewicht bremst nach wie vor, also bleibt das Schema vorerst dasselbe: eine Minute zügiges Gehen, zwei Minuten moderates Laufen. Geklappt hat es heute so lala. Wobei „so lala" eigentlich schon zu wohlwollend formuliert ist, sobald das kleine Hügelchen zwischen „Am Bäckerberg" und dem überdachten TTI-Parkplatz ins Spiel kommt. Eine leichte Steigung, die sich über knapp 220 Meter zieht, bis man wieder ebenes Gelände unter den Füßen hat. Auf Google Maps nichts Dramatisches. In der Praxis gerade meine größte Schwachstelle auf dieser Strecke.
Start und Ziel des Florianerlaufs liegen unterhalb der neuen Mittelschule in St. Florian. Da ich in den nächsten Wochen dort losstarte und auch dort wieder ankomme, bietet sich im Anschluss an die Trainingsrunde noch etwas an, das ich bisher schlicht übersehen hatte: das FreeGym am Löblfeld. Ein paar Fitness-Geräte unter freiem Himmel, funktional, zweckmäßig und ohne Mitgliedsbeitrag.
Und falls sich jemand fragt, wie ich von Taunleiten zum Startpunkt komme und wieder zurück: natürlich mit dem Fahrrad.
19.05.26 / Nun seit heute Abend bin ich offiziell beim Florianerlauf am 4.7.26 beim Hauptlauf (5km) mit der Startnummer 88 angemeldet.
18.05.26 / 88kg - Am späteren Nachmittag geht es raus. Es ist angenehm warm. Das Programm ist übersichtlich: 400 m zügiges Gehen wechseln sich mit 400 m Laufen. Gehen, Laufen, Gehen, Laufen. Nach einer guten Stunde sind 5 km zusammengekommen. Hinterher Abwärmen, Dehnen, Liegestütze, Sit-ups. Und nach der Dusche noch Franzbranntwein. Wer das kennt, weiß, dass es funktioniert und es ist ein Körpergefühl der besonderen Art.
Ganz wichtig: der alte Akku des Nanos hält auf alle Fälle mal eine Stunde. So wie früher ist das Laufen für mich untrennbar mit Musik verbunden. Akustisches Doping, wenn man so will. Ohne Musik läuft bei mir wenig. Der Florianerlauf hat meinen alten goldgelben iPod Nano reaktiviert, beziehungsweise den noch kleineren grünen. Geräte, die seit Jahren geschlummert hatten und offenbar nur auf einen guten Grund gewartet haben.
Was ich höre? Erschreckend einfach: Rocky IV. "Training Montage", "Hearts on Fire", "No Easy Way Out", "War" in Schleife. An manchen Stellen verleiten sie zu einem schnelleren Tempo. Genau das dann bewusst nicht zu tun erzeugt eine ganz eigene Konzentration. Und immerhin: eines dieser Lieder hat mich nach 42,195 km beim Wiener Marathon noch ziemlich flott ins Ziel laufen lassen. Manche Dinge funktionieren einfach. Warum, ist dabei vollkommen egal.
02.5. - 10.05.26 - Die Taugl-Abenteuerwoche war eine Woche wie geschaffen, um in Sachen Bewegung fast täglich am Ball zu bleiben. Auch beim Essen hat es geklappt. Wieder daheim zeigt die Waage 89 kg.
27.04.26 / 90kg - Die ersten sind meistens die leichtesten. Das gilt beim Laufen für die ersten Kilometer, und es gilt offenbar auch für die ersten Kilogramm. Trotzdem freut es mich. Die analoge Nadel bewegt sich in die richtige Richtung.
20.04.26 / 92kg - Nach drei Kilometern flottem Gehen, einer Dusche und einem ernüchternden Blick auf die Waage, die unbarmherzig 92 kg anzeigte, war aus dem halbherzigen Wunsch beim Florianerlauf mitzumachen ein unbedingtes Muss geworden. Das Gewicht muss runter. Die Gelenke werden heuer 55 Jahre alt und müssen noch eine Weile halten, auch abseits des Laufens. Anders essen, weniger essen, regelmäßiger schlafen, deutlich mehr Bewegung. Keine großen Geheimnisse. Nur Dinge, die man weiß und trotzdem lange nicht tut. Die darauffolgenden Tage habe ich mit schnellen Spaziergängen verbracht. Der Fußweg zum Bus trägt nun bewusst mehr zum Kalorienverbrauch bei als zuvor. Gegessen wird nur noch eine Portion pro Mahlzeit, morgens und abends kommt frisches Obst auf den Tisch.
| Training 2026 | Datum | Strecke | Zeit | Zeit in Minuten | Pro KM | Umgerechnet auf 5 km |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Training | 18.05.2026 | 5 km | 1h 0m | 60m | 12m | 60m |
| Training | 20.05.2026 | 2,5 km | 0h 16m | 16m | 6m 24s | 32m |
| Training | 22.05.2026 | 2,5 km | 0h 16m 5s | 16m 5s | 6m 26s | 32m |
| Training | 24.05.2026 | 2,5 km | 0h 15m | 15m | 6m | 30m |
| Training | 26.05.2026 | 2,5 km | 0h 15m 25s | 15m 25s | 6m 10s | 31m |
| Training | 28.05.2026 | 2,5 km | 0h 15m 30s | 15m 30s | 6m 12s | 31m |
| Training | 31.05.2026 | 3 km | 0h 18m 00s | 18m 00s | 6m 0s | 30m |
| Training | 03.06.2026 | 3 km | 0h 19m 10s | 19m 10s | 6m 23s | 32m |
Irgendwann stellte ich fest, dass ich ganz passabel beim Laufen war. Die erste Erinnerung daran dreht sich um einen Lauf rund um den Bunker im Esterházy-Park in Wien-Mariahilf. Wann genau das Laufen zur Gewohnheit wurde, kann ich heute nicht mehr mit Sicherheit sagen.
In meiner Zettelwirtschaft von früher findet sich jedenfalls noch eine Urkunde zur Teilnahme am 6. Wiener Frühlingslauf über 14,5 km am 16. April 1989. Für diese Strecke benötigte ich laut Urkunde 61 Minuten, mit 18 Jahren also bereits lange genug dabei, um mir einen Wettkampf zuzutrauen. Das Laufen hat mich dann noch eine Weile begleitet. Im selben Fundus liegt eine zweite Urkunde: Teilnahme am Marc-Aurel-Marsch und Lauf über 60 km am 10. September 1993, absolviert in 7 Stunden 23 Minuten. Das Laufen lag mir. Es machte Spaß. Auch beim Bundesheer konnte ich regelmäßig laufen. Wer bestimmte Strecken unter einer vorgegebenen Zeit schaffte, bekam zusätzliche freie Tage. Ein System, das ich schätzte.
Ob die 60 km damals als Vorbereitung für den Wiener Marathon im darauffolgenden Jahr gedacht waren, weiß ich heute nicht mehr. Was ich noch weiß: Ich bin nach diesem Lauf nach Hause gekommen und bin, so wie ich war, Laufschuhe inklusive, unter die Dusche gegangen. Manchmal sagt ein Detail mehr als jede Auswertung.
Am 10. April 1994 lief ich meinen ersten und letzten Marathon. 42,195 km, Wien. Trainiert hatte ich auf ein Wochenpensum von 70 km, mit dem Ziel, die Strecke in vier Stunden zu bewältigen. Der Plan ist, wenn auch knapp, aufgegangen: laut Marathon Austria benötigte ich 3 Stunden 57 Minuten und 9 Sekunden. Irgendwo im Fundus liegt noch ein Streckenfoto kurz vor dem Zieleinlauf.
Was mir vom Wiener Marathon am lebhaftesten in Erinnerung geblieben ist: der Hunger auf der Praterhauptallee. Hätte ich Geld dabei gehabt, wäre ich abgebogen und hätte mir ein Langos gekauft. Stattdessen gab es Bananen. Viele Bananen. Der Zieleinlauf war zu flott. Die Folge war ein ordentlicher Krampf, den ein Rotkreuz-Helfer freundlicherweise wegmassierte. Der Hunger war noch da. Danach gab es 12 Paar Frankfurter. Das ist bis heute eine meiner liebsten Mahlzeiten der eigenen Biografie. Rückblickend war der Marathon anstrengend, aber, wie Christian aus Mödling es immer formuliert, eher ein Kindergeburtstag gegenüber den 60 km im September davor.
In den Jahren danach bin ich immer wieder gelaufen. Mal weniger, mal mehr. Manchmal einfach, um über Probleme nachzudenken. Wenn der Körper läuft, ist der Kopf erstaunlich oft frei. Doch mit der Zeit wurde das Laufen weniger. Und 2016 kam es irgendwie zum Stillstand. Warum? Keine Ahnung. Es war einfach so. Dazwischen gab es andere Episoden, Kung Fu zum Beispiel, die ebenfalls nicht von Dauer waren.
Dann, vor einigen Wochen, kam das Dorfblatt von St. Florian ins Haus. Darin die Ankündigung eines Florianerlaufs am 4. Juli 2026, unter anderem mit einer Strecke über 5 km.
Mir war sofort klar, dass ich die 5 km nicht einfach so laufen könnte, auch wenn ich früher mal einen 60-km-Lauf absolviert hatte. Meine Tätigkeit spielt sich seit Jahren zu fast hundert Prozent im Sitzen ab. Moderne Fotografie, Nachbearbeitung, Bürokram, Workshops, alles sitzend - da helfen auch die Workshops im Freien nicht. Gelegentliches Stehen hat daran einen verschwindend kleinen Anteil. Wenig Bewegung, eine seit 13 Jahren sehr gute häusliche Verpflegung, eigenwillige Essgewohnheiten und die vielen kleinen Annehmlichkeiten des Alltags hatten mich in Sachen Sport, man darf es beim Namen nennen, faul werden lassen.
| Historische Läufe | Datum | Strecke | Zeit | Zeit in Minuten | Pro KM | Umgerechnet auf 5 km |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 6. Wiener Frühlingslauf | 16.04.1989 | 14,5 km | 1h 1m | 61m | 04:12 | 20m 20s |
| Marc Aurel Marsch/Lauf | 10.09.1993 | 60 km | 7h 23m | 443m | 07:23 | 36m 55s |
| Wien-Marathon | 10.04.1994 | 42,195 km | 3h 57m | 237m | 05:37 | 28m 5s |
Die Ankündigung des Laufes ließ mich aber nicht mehr los. Irgendwann beschloss ich, halbherzig zunächst, mitzumachen.
Ende April startete ich mit einem kurzen, aber flotten Spaziergang über 3 km. Das eigene Gewicht ist beim Laufen eine entscheidende Komponente, das wusste ich noch. Was die Waage mir an diesem Tag zeigte, war ernüchternd: 92 kg bei 176 cm Körpergröße. Eine einfache BMI-Rechnung brachte es brutal ans Tageslicht. Übergewicht, eindeutig. In diesem Moment wurde aus dem halbherzigen Vorhaben ein fixer Entschluss. Die Zeit bis zum 4. Juli war nicht mehr lang. Das Gewicht musste runter, die Essgewohnheiten mussten sich ändern, und eine regelmäßige, schweißtreibende Bewegung musste her.
Die Sache hatte sich nun verschoben. Der Florianerlauf war nicht mehr das Ziel, er wurde zum Aufhänger. Das eigentliche Vorhaben war leichter zu werden und wieder Spaß am Laufen zu haben. Der Lauf ist der Hebel, nicht der Zweck. Was den Lauf selbst betraf, ist meine Erwartung übersichtlich. Hinstellen. Loslaufen. Die 5 km durchlaufen. Kein Zeitziel, keine weiteren Ambitionen.
Somit war ich wieder beim Laufen angelangt. Wer sich angesprochen fühlt, darf sich melden.