Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...
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Ein kurzer Blick zurück...

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Gut dreizehn Jahre ist es nun her, dass ich zum ersten mal an der Taugl gewesen bin. Viel Wasser ist seitdem durch die Taugl und deren zahlreichen Seitenbäche geflossen. Die ersten Begehungen fanden mit Wanderschuhen und viel zu kurzen Gummistiefeln statt. Das wichtigste Utensil für FotografInnen an der Taugl, die Wathose gesellte sich erst bei späteren Exkursionen zu den absolut notwendigen Ausrüstungsgegenständen.

Wie bin ich eigentlich zu dieser Landschaft gekommen? Einige Fotografen, die nach 2008 in dieser Gegend unterwegs waren vermittelten ja oft den Eindruck, dass sie diese Gegend „entdeckt“ hatten. Bei mir war das nicht so, ich wurde durch einem meiner Workshop-Teilnehmer auf diese Landschaft 2007 aufmerksam gemacht. Als ich dann wirklich zum ersten mal dann dort gewesen war, ist mir relativ schnell klar geworden, dass sich meine Photographie dort zu einem Langzeit-Projekt entwickeln würde.

Gleichzeitig mit der Fotografie in dieser Landschaft ist auch mein Interesse an Geologie wieder aufgeflammt. Unter Fossiliensammlern sind manche Bereiche der Taugl ja sehr bekannt, lange vor den ersten FotografenInnen waren ja schon Fossiliensammler an der Taugl unterwegs.

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Mittlerweile ist die Taugl bis über die Grenzen von Österreich bekannt. Der Seitenbach, der Graben in den eigentlich jeder Fotograf und jede Fotografin unbedingt möchte, ist in gewisser Weise in Österreich unter den FotografenInnen so etwas wie der Antelope Canyon in den USA. In Grösse und Dimension nicht mit dem Antelope zu vergleichen, aber trotzdem sehr spannend. Diesen Abschnitt kann man mittlerweile schon lange ruhigen Gewissens als HotSpot an der Taugl bezeichnen.

Bemüht man Google mit den Begriffen „Taugl Red Canyon“ dann findet man mehr oder weniger ähnliche Variationen dieses Seitenbaches der Taugl. Das Farbspektrum, dass man dabei zu sehen bekommt ist auch äusserst erstaunlich.

Der Drang vieler FotografInnen, dieses Motiv auch unbedingt abzulichten ist sehr hoch. Die meisten Bilder, die dabei herauskommen entsprechen mehr oder weniger, denjenigen, die sie vorher bei der Recherche gesehen hatten. In den langen Jahren meiner Workshop-Tätigkeit hatte ich genau einen einzigen Teilnehmer, der für sich zu dem Schluss gekommen war, kein weiteres stereotypes Bild im hinterem Bereich dieses Grabens zu machen.

Eine beachtliche Einstellung fand ich damals. Hatte derjenige doch auf ein leichtes Motiv und damit auch auf sicheren Beifall der fotografischen Szene verzichtet. Aber er hatte erkannt, dass es für ihn um mehr ging, als ein Motiv einfach nur wieder abzulichten.

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Bei vielen Bildern, die man von diesem Ort sieht, handelt es sich oft einfach nur um ein weiteres Abbild, das vorher irgendwo im Internet gesehen worden war oder im schlimmsten Fall von der fotografischen Begleitung als „So macht man das....“ empfohlen worden ist.

Die Möglichkeit einer eigenen Interpretation wird dabei oft gar nicht in Erwägung gezogen. Sehr viele FotografiInnen denken überhaupt nicht daran, zu einem eigenen Blick auf ein bereits oft fotografiertes Motiv zu kommen.

Seit Anfang an hat mich dort immer eine Geschichte, ein Klassiker der phantastischen Literatur in Gedanken begleitet. Egal wie oft ich nun dort schon unterwegs gewesen bin, das Gefühl, dass ich als Kind beim Lesen von Jules Verne´s Roman „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ hatte, stellt sich bei meinen vielen Begegnungen mit der Taugl immer wieder ein.

Es ist immer spannend zu sehen und zu erleben, was sich den hinter der nächsten Ecke im Bachbett verbirgt. Starke Regenfälle und die alljährliche Schneeschmelze schichten die Landschaft an der Taugl und in den zahlreichen Seitenbächen immer wieder um.

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In ein paar Wochen ist es bei mir wieder soweit, die Taugl sieht mich wieder.

Von Fr 21/5 bis So 23/5 gibt es wieder einen Termin des Workshops „Taugl- Ein fotografisches Abenteuer“ für maximal vier Personen.

Sollten dabei FotografInnen sein, die noch „Taugl-Frischlinge“ sind, so schauen wir selbstverständlich in den Davidgraben, wie der Red Canyon eigentlich wirklich heisst. Doch ich werde es mir auch dieses mal nicht nehmen lassen, wieder darauf hinzuweisen im Davidgraben nach eigenen Interpretationen der dortigen geologischen Formationen zu suchen.

Informationen zu den Bildern im Beitrag
Bild 1 | Mai 2008 - Einer meiner ersten Bilder an der Taugl.
Bild 2 | Mai 2014 - Starke Regenfälle und Hochwasser spülten mir im Frühjahr 2014 diese Felsformation vom Herbstlaub sauber.
Bild 3 | Mai 2018 - Andere Kompositionen zu suchen, kann auch schon mal etwas dauern.
Bild 4 | Oktober 2017 - Auch das ist ein Ausschnitt der Felswände, die im Davidgraben durch die Kraft des Wassers geformt wurden.
Bild 5 | Juni 2017 - Geologie hier sichtbar gemacht durch Verwitterung und Wasser.
Bild 6 | Oktober 2017 - Mal ein anderes Motiv aus diesem Graben, aber Vorsicht dabei wird man mit absoluter Sicherheit nass.
Bild 7 | Juni 2014 - An was denkt ihr beim Anschauen des letzten Bildes? Ich denk mir immer „Ich muss da runter!!!“

Euer Herbert


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