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Taugl - Eine ganz kleine Auswahl

Seit gut 15 Jahren treibe ich mich im schon im Gebiet der Taugl herum. Vor etwas mehr als einem Monat war ich gemeinsam mit einigen sehr engagierten Workshop-Teilnehmer:Innen dort wieder unterwegs. Der Herbst, die Verfärbung hatte, so schien es, bis zu jenem Wochenende gewartet. Die Wälder gaben sich an diesem Wochenende sehr viele Mühe dem herbstlichen Klischee zu entsprechen. Wie gesagt knapp ein Monat ist seit dem vergangen.



Mit meinen eigenen Arbeiten warte ich ja immer etwas zu bevor ich mich damit beschäftige. Einen größeren Zeitraum von der Aufnahme bis zur Sichtung, Ausarbeitung und eventuell dem Druck einzelner Aufnahmen vergehen zu lassen, hat sich für mich als gute Herangehensweise entpuppt. So einiges, dass ich dann vor Wochen aufgenommen sehe ich dann später in anderem Licht. Der eigene Blick auf die vor Wochen fotografierten Arbeiten fällt dann nüchterner und objektiver aus. Im Normalfall sind dann bei mir, weit über 90% der aufgenommenen Bilder Kandidaten für den Rundordner und überstehen den Prozess der Selektion nicht.

Somit reduzieren sich die ohnehin schon wenigen Aufnahmen, dann noch auf eine sehr handliche und übersichtliche Menge von Bildern. Das eine oder andere aus dieser überschaubaren Anzahl findet dann auch seinen Weg auf Papier.

Ist man mit einer Gruppe Teilnehmer:Innen unterwegs, so hat die eigene Fotografie doch eher Pause. Die Dinge, die ich dann meist fotografiere dienen dazu, die Teilnehmer:Innen mehr oder weniger auch auf andere Motive hinzuweisen.

Gerade wenn man in Gebieten, die in der Szene bekannt sind unterwegs ist, entstehen leicht bereits gesehene Bilder. Daran ist im Prinzip nichts verkehrt. Vor allem wenn man zum ersten Mal an einem Ort ist und verständlicherweise hin und hergerissen ist von den Dingen, die man dabei zu sehen bekommt.

Im Angesicht der Fülle von neuen Eindrücken muss man schon sehr abgebrüht sein um von anderen Fotograf:Innen im Netz gesehene Arbeiten nicht in ähnlicher Art und Weise umzusetzen. Zuviel Bildrecherche zu einem bestimmten Ort ist da manchmal im Vorfeld gar nicht so sinnvoll. Oder aber, man ist so wie ich schon weit mehr als 100 mal in einer bestimmten Landschaft unterwegs gewesen.

Aber ein Workshop-Wochenende dient ja auch nicht dazu, das eigene Bildarchiv mit neuen Motiven aufzufüllen. Sondern steht eigentlich im Zeichen der teilnehmenden Personen. Wobei, dass muss man als Veranstalter auch schon mal zugeben, es einem nicht immer vollkommen leicht fällt, extra darauf zu achten selbst wenig zu fotografieren.



Vom letzten Besuch an der Taugl vor einigen Wochen sind mir zwei Arbeiten, die auch schon als Test-Print vor mir liegen über geblieben. Zwei Arbeiten sind, so wird sich mancher denken nicht viel. Allerdings möchte ich auch nur Arbeiten von mir selbst auf Papier bringen, von denen ich auch wirklich überzeugt bin.

An Orten wie der Taugl ist es mir schon lange nicht mehr wichtig, dass andere erkennen und sehen, dass ich dort fotografiert habe. Im bin eigentlich nicht mehr in Landschaften unterwegs um diese zu porträtieren. Ich bin nicht an einem Ort um der Welt zu zeigen, wie schön es dort ist - auch wenn es das natürlich ist.

Die Landschaft an der Taugl ist eine Gegend, die mich seit vielen Jahren immer wieder zurückkehren lässt. Wasser, Felsen und Steine sind für mich der Rahmen, in dem ich mich mit der Kamera bewege. Wenn eine Landschaft, ein Ort, eine Gegend oder eine bestimmte Stelle in mir eine Resonanz auslöst, dann greife ich auch zur Kamera und versuche es so festzuhalten, wie ich es sehe.

Ich glaube mich zu erinnen, dass Man Ray irgendwann meinte wir fotografieren Dinge aus zwei Gründen. Einerseits wegen dem was Dinge sind und andererseits wegen dem, was Dinge für uns sein könnten. Landschaftsfotografie wird oft wegen ersterem betrieben.

Bei vielen meiner Motivwelten, dreht es sich sehr oft eher darum, was ich denn für mich darin sehe. Daher kann man bei mir nicht immer alle Bilder mit einem bestimmten Ort in Beziehung bringen. Eines der beiden Bilder, die meinen Selektions-Prozess nun überlebt haben, ist aber sehr eindeutig der Taugl zuzuordnen. Das zweite Bild allerdings nicht mehr.

Aber wie gesagt, es ist mir aber nicht wichtig, dass andere unbedingt eine Fotografie mit einem bestimmten Ort in Zusammenhang bringen können.

FRAGE AN DIE LESER:INNEN
Wie hoch ist der Porzentsatz an Bildern, die meisten meine eigene Bildauswahl überstehen?
Diejenigen, die mir die richtige Antwort zuschicken, erhalten per Post ein klitzekleines Dankeschön zugeschickt.


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© Herbert Koeppel