"Quiet Lake" - Fotografisch (Irr-)Relevantes #1

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Wie angekündigt, möchte ich im Blog, der ja nun die Bezeichnung „aktuelles“ trägt mehr über meine eigene Photographie zum Besten geben. Angefangen habe ich damit ja bereits. Doch in den letzten Tagen beschäftigt mich aber trotzdem einfach der Gedanke, wie ich diese, nennen wir es mal eine Blog-Serie, eigentlich nennen möchte.

Bei meinem Brainstorming bin ich über das Wort Relevanz gestolpert. Dieses Wort ist ja im allgemeinen Sprachgebrauch eine Bezeichnung für etwas Bedeutsames. Es wird in einem bestimmten Kontext einer Sache eine bestimmte Bedeutsamkeit zugeschrieben. Bezeichnet man etwas als Relevant, dann wird dieses Wort meist im Sinne von „bedeutungsvoll“, „wesentlich“ und „wichtig“ verwendet.

Jetzt stellt sich die Frage, warum ich Gedanken zu meiner eigenen Photographie und zu meinen Photographien mit dem diesem Wort in Verbindung bringte? Nun, was immer meine Photographie für andere Menschen bedeutet oder eben nicht bedeutet. Es ist eine Tatsache, dass meine Photographie für mich überaus relevant ist. Neben einigen anderen Dingen in meinem Leben, beschäftigt mich das Thema Photographie einen Grossteil meiner Zeit.

Daher ist die Photographie eben für mich von großer Bedeutung, hat also eine sehr große Relevanz für mich. 

Auf der anderen Seite ist mir vollkommen klar, dass für die meisten anderen Menschen meine Photographie und die Beschäftigung damit so ziemlich das „Irrelevanteste“ ist, was sie sich vorstellen können. Ich bin ja auch nicht an allem, was andere Fotograf:Innen so produzieren interessiert.

Daher ist es nicht weiters schlimm, wenn die eigene Tätigkeit für die meisten Menschen wahrscheinlich eher keine Bedeutung hat. Es ist auch durchaus gesund, sich da selbst richtig einzuschätzen. Es begegnen einem ja genug Fotograf:Innen, die sich da aufgrund von gewonnenen Wettbewerben als viel zu „relevant“ einstufen.

Daher bin ich auf den Titel „fotografisch (Ir)-Relevantes“ gekommen. Für den einen ist es eventuell interessant und bringt neue Gedanken und Ideen. Für Andere ist das alles nun unbedeutsames Blabla - also einfach irrelevant.

So jetzt hat das Kind auch einen (passenden) Namen und ich kann wieder besser schlafen.

Quiet Lake
An diesem See bin ich in den letzten Jahren wirklich sehr oft gewesen. An diesem Morgen hat mich der Nebel und Dunst an meinem Wohnort, der nicht weit weg vom See liegt, aus dem Haus gelockt.

Wie schon so oft davor führte mich der Rundweg einmal um den See. Mehrmals am selben Ort zu sein bedeutet nicht zwangsweise immer wieder das gleiche zu sehen und auch zu fotografieren. Ich stelle dabei immer wieder fest, dass man wesentlich aufmerksamer gegenüber kleineren und auch größeren Veränderung in einer Landschaft wird. Man sieht Veränderungen, die man bei einem einmaligen Besuch unmöglich bemerken kann.

In diesem Bild übernimmt ein Teil eines Baumes, neben dem leeren Raum im Bild die Hauptrolle. Dieser Baum konnte noch nicht lange dort liegen. War er mir doch, während meiner letzten Besuch dort, gar nicht aufgefallen. Ruhe und Stille lag an diesem Morgen über diesem See. Wenn ich während so einer Wetterlage draussen bin, überträgt sich diese Stimmung immer auf mich selbst. Bin ich alleine unterwegs praktiziere ich gerne das „absichtslose“ Photographieren. Das bedeutet für mich ohne festes Ziel was den Ort oder das Motiv angeht einfach loszuziehen und mich dabei überraschen zu lassen, was mich anspricht und letztendlich auch inspiriert dann den Versuch einer Aufnahme zu machen.

Die Ruhe und Stille an diesem Morgen mit fotografischen Mitteln einzufangen ging keine bewusste Entscheidung voraus. Letztendlich ergab sich diese Aufnahme, die für mich frühmorgendliche Stile perfekt eingefangen hatte.

Bildtitel sind oft problematisch, irreführend und sehr oft auch nicht wirklich passend. Es gibt einen alten Science Fiktion Film mit dem Titel „Quiet Earth“. Auf einer fast menschenleeren Erde herrscht dort Ruhe und Stille. An diesem Morgen hatte ich genauso den Eindruck, dass ich dort der einzige Mensch wäre.

So fand ich dann zum Titel „Quiet Lake“. Letztendlich war es nur diese Aufnahme, die es als Print auf Papier geschafft hatte.


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