Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...

Wienfluss Erinnerungen #3

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Wie schon erwähnt, den Wienfluss sollte man im Bezug auf die Wasserführung nicht unterschätzen. Auch, wenn er sich die meiste Zeit als wienerisches Rinnsal präsentiert, so kann dieser Fluss doch innerhalb kürzester Zeit zum Hochwasser führenden Fluss werden. Die zahlreichen Zuflüsse und Bäche im Westen Wiens führen der Wien, bei entsprechender Witterung, riesige Mengen an Wasser zu. Das Sandsteingebiet des Wienerwaldes kann Niederschläge und Schmelzwasser nicht wirklich gut aufnehmen, zudem kommt noch das recht hohe Gefälle der Wien. Bei Hochwasser kann das wasserführende Verhältnis gegenüber dem Normalstand ca. 2000:1 , also von ca. 200 Liter/s auf 450.000 Liter/s ansteigen.

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Was heute in der Wiener Innenstadt als Citybeach am Donaukanal im Sommer bezeichnet wird, gab es schon mal im „kleinen“ am Wienfluss. 2003 hatte sich jemand kurz unterhalb der U4-Endstation Hütteldorf einen kleinen Sandstrand aufgeschüttet und mit einer Tafel darauf hingewiesen, dass es sich dabei um „feinsten Sandstrand“ handelt. Des weiteren mögen bitte die Besitzer von Vierbeinern, darauf achten, dass deren Lieblinge diesen Sandstrand nicht als Hundeklo benutzten würden. Bin damals schon ziemlich erstaunt gewesen, als ich über diesen Wienfluss-Beach samt Hinweistafel bei meinen Erkundungen im Wienflussbecken gestolpert bin.

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Nicht unweit dieser Stelle gibt es auch noch andere skurrile Dinge. Irgendwann 2004 bin ich auf alte, in der Wienflussverschalung verbaute Grabsteine gestossen. Offensichtlich wurde der Wienfluss um die Jahrhundertwende und auch noch später immer wieder auch mit alten Grabsteinen ausgebessert. Jedenfalls fand ich den Grabstein eines Hr. Otto Sauer der, so wenn ich die Innschrift halbwegs richtig entziffern konnte am 13.4.1924 verstorben war. Wie der Grabstein dann seinen endgültigen Platz im Wienflussbecken gefunden hatte, wäre mit Sicherheit auch eine spannende Geschichte.

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Aus meiner Kindheit kann ich mich noch daran erinnern, dass oberhalb des Wienfluss, dort wo sich heute die Bahnstation „Wolf in der Au“ und der dazugehörige Park & Ride Parkplatz befindet, zahlreiche Schreber- und Kleingärten befanden. Als Kinder machten wir uns oft einen Spass und guckten heimlich durch irgendwelche Lücken in den Zäunen in diese kleinen Gärten zwischen Wienfluss und Westbahnstrecke. 2005 sah man noch den letzten Rest eines solchen Klein- oder Schrebergartens. Ein Gartentor und Reste des Zaunes mit wilden Bewuchs waren damals noch zu sehen.

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Obwohl ich eigentlich nichts mit der Tierfotografie am Hut habe und hatte, so hatte ich gerade im Wienflussgebiet immer wieder Begegnungen mit Graureihern. Diese Vögel haben mir in meiner Kindheit schon gefallen und spätestens seit dem ersten Teil von Jurrasic Park fallen mir diese Vögel und Ihre Laute und Geräusche immer wieder auf. Irgendwie wirkten diese Tiere für mich immer schon sehr elegant, auch wenn meine fotografische Ausbeute diesbezüglich immer reine Zufallstreffer waren. 2010 konnte ich mich aber einem dieser Vögel auf wenige Zentimeter nähern, denn ich fand einen toten Graureiher mitten am Weg im Wienflussbecken. Dabei ist dieses Bild entstanden, dass mich beim Betrachten immer wieder an einen gefallenen Engel denken lässt.

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Graffities sind auch eine Erscheinung, die man am Wienfluss - am Boden und an den Wänden immer wieder findet. 2012 fand ich dieses Graffiti weiblicher Formen an einer Wand im Wienflussbecken. Damals wie heute, lässt es mich an die altsteinzeitliche Figurine der „Venus von Willendorf“ denken. Irgendwie fand ich, dass der Bild-Titel „Venus vom Wienfluss“ diesem Graffiti durchaus gerecht wird.

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Euer Herbert


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