Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...

Traun-Donau Auen Diaries #1

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Als ich 2009 zum ersten Mal im Gebiet des Europaschutzgebietes Traun-Donau unterwegs war, konnte ich es fast nicht glauben. Nicht nur das meine Freundin Helga ein absoluter Glückstreffer war , befand sich auch noch in weniger als 10km Entfernung eine Aulandschaft direkt vor ihrer Haustür. Aulandschaften waren fotografisch für mich schon immer interessant. Hatte ich doch meine ersten ernsthaften fotografischen Schritte am südlichen Donauufer in der Au von Petronell-Carnuntum gemacht und später noch den Nationalpark Donauauen im Osten von Österreich durch die Unterstützung von Franz Kovacs näher kennengelernt. Die Traun-Donau Auen waren also vor über 11 Jahren eine besondere Landschaft für mich und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Eine Landschaft, die durch Ihre Nähe zur Großstadt Linz eine besondere Bedeutung für die Naherholung der Bevölkerung und die Fauna und Flora hat und nicht umsonst auch als der Dschungel vor den Toren von Linz bezeichnet wird.

Als gebürtiger Wiener ist das Europaschutzgebiet Traun-Donau Auen also immer so etwas wie die „Kleinen Donauauen“ für mich gewesen. Denn im Gegensatz zum Nationalpark Donauauen ist dieses Schutzgebiet vor den Toren von Linz wirklich kleinräumig. Schafft man es hier locker an einem Tag mal alle Wege abzugehen, so ist das im Nationalpark Donau im Osten von Wien nicht an einem Tag machbar. Doch gerade diese Kleinräumigkeit, macht die Erkundungen hier für mich hier auch immer wieder reizvoll. Selbst wenn man nur einen Nachmittag zur Verfügung hat, so gibt es immer wieder Neues auf den bereits begangenen Wegen zu entdecken.

Obwohl die Dynamik dieser Aulandschaft natürlich nicht an die des Nationalpark Donauauen heranreicht, so hatte sich doch in den Jahren seit ich hier unterwegs war sehr viel getan. Starke Regenfälle und die daraus resultierenden Hochwässer haben auch im Europaschutztgebiet Traun-Donau Auen zu vielen Umgestaltungen geführt, auch wenn diese nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind.

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Fotografisch hatte ich hier von von Anfang an kein besonders Ziel. Es ging mir um das Entdecken und Erkunden. Damals zeichnete sich schon ab, dass ich in einem Gebiet nicht hinter den dafür „typischen“ Motiven her war. Das was mich ansprach und interessierte, das fotografierte ich auch und es ist mir nie darum gegangen, ein Gebiet sozusagen lückenlos und im Sinne von wiedererkennbaren Fotografien festzuhalten. Das, was ich sah und heute SEHE wenn ich in einer Landschaft wie den Traun-Donau unterwegs wird von mir fotografiert.

Die Aufnahmen in diesem Beitrag entstanden in den ersten Jahren (2009 - 2010). Je nach Wetterlage entstanden diese Bilder entweder in guter alter naturfotografischer Tradition sehr zeitig am Morgen oder aber später auch über den ganzen Tag verteilt. Die Bilder 1 - 4 sind das Ergebnis meiner ersten Spaziergänge am Mitterwasser. Dieses Gewässer, eigentlich so etwas wie ein Fluss, der sich durch einen großen Teil der Traun-Donau Auen zieht, ist ein ehemaliger Seitenarm der Donau. Ein Nebenarm, der früher sogar schiffbar gewesen war.

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Das Mitterwasser ist aber heute aufgrund der Verlandung an den meisten Stellen nur etwas mehr als einen Meter tief ist. Aus ökologischer Sicht ist das heutige Mitterwasser sehr wertvoll für Fauna und Flora. Ist es doch stark verschilft und wird an beiden Seiten von Auwald begleitet, an manchen Stellen reichen die Felder fast sogar bis ans Ufer heran. Am Mitterwasser, sowie in vielen anderen Teilen der Traun-Donau Auen finden sich auch zahlreiche Vogelarten, darunter sind Dauergäste wie der Eisvogel aber natürlich auch verschiedene Zugvogelarten.

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Fotografisch bin ich mit der Tierfotografie ja nie sehr warm geworden, alle meine Tierfotografien resultieren aus Zufallsbegegnungen. Es ist aber immer wieder spannend beim Fotografieren mal zu pausieren und den Tieren auf der Wasseroberfläche eine zeitlang zuzusehen oder einfach für ein paar Minuten zu erstarren, da sich in unmittelbare Nähe ein Eisvogel niedergelassen hat. Jeder Versuch hier auch noch fotografieren zu wollen, würde den Moment und die Begegnung mit dem Tier noch flüchtiger machen, als sie ohnehin schon ist.

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Die Aufnahmen 5 - 8 entstanden ebenfalls auch am Mitterwasser während meiner fotografischen Erkundungen 2010. Das letzte Bild zeigt einen winterlichen Ausschnitt am Großen Weikerlsee, ein See der durchaus eine interessante Geschichte hat und knapp daran vorbeigegangen war zugeschüttet zu werden. Doch dazu vielleicht mehr in der nächsten Ausgabe der Traun-Donau Diaries...

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In den nächsten Wochen finden vier fotografische DiscoverWalks im Europaschutzgebiet Traun-Donau Auen statt und im August gibt es noch zwei Plätze beim Wochenend-Workshop im Dschungel vor den Toren von Linz.

Euer

Herbert


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