Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie…


Schnee, Licht und Schatten am Dachstein Hochplateau - Neue Prints

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Bilder brauchen Zeit.

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In der letzten Zeit kommt es mir so vor, als hätte ich diesen Gedanken ziemlich oft in Gesprächen mit FotografInnen erwähnt.

So richtig ist mir das selbst während der freien Zeit, die vielen von uns unfreiwillig im ersten Jahr der COVÍD-19 Pandemie beschert wurde, bewusst geworden. Hatte ich da doch jede Menge Zeit um mal so richtig viele alte Bilder von mir im Archiv durchzusehen.

Daraus hat sich bei mir nun die Einsicht und Gewohnheit etabliert, Bilder vor dem Sichten und Bearbeiten länger liegen zu lassen.

Da ich ja auch keine Auftragsarbeiten fotografiere, kann ich mir den Luxus leisten meine Arbeiten eine zeitlang reifen zu lassen. Diese Gewohnheit wurde auch noch durch meine Beschäftigung mit der analogen Fotografie unterstützt. Es ist nicht ungewöhnlich bei mir, dass Filme nach dem Belichten längere Zeit im Kühlfach untergebracht sind.

Mit einen digitalen Aufnahmen verfahre ich seit geraumer Zeit auch so. Die Speicherkarte wird zwar nicht ins Kühlfach gelegt, aber die digitalen Negative bleiben einfach mal eine zeitlang ungesichtet am Computer liegen. Extra sichern muss ich sie ja nicht, denn das erledigt der Backup-Mechanismus der TimeMachine für mich sowieso jede Stunde ohne mein zutun.

Einzig im Zusammenhang mit Workshops, beim gemeinsamen Fotografieren mit meinen TeilnehmerInnen liegt es an der Natur einer Workshop-Veranstaltung, dass wir uns an den Abenden am Workshop oder relativ zeitnah nach dem Workshop gemeinsam mit den aufgenommenen Arbeiten beschäftigen.

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Meine eigenen Arbeiten dürfen aber länger liegen bleiben. Das Sichten, Aussuchen, Bearbeiten, Verwerfen und wieder von Neuem beginnen ist mittlerweile bei mir zeitlich ziemlich losgelöst von den Zeitpunkten der Aufnahme. Das Endergebnis, der fertige Print profitiert von diesem Reifungsprozess zumindest in meinem Fall durch die längere Zeit zwischen Aufnahme und Entwicklung sehr.

Am Ende von all dem steht bei mir dann ja immer der Print auf Papier. Während der „Entwicklungszeit“ entstehen schon manchmal Test-Prints. Bei diesen entdeckte ich dann ab und zu noch störende Elemente. Dinge, die man erst so richtig am gedruckten Bild bemerkt. Das bedeutet dann ein paar Schritte zurückzugehen oder gar wieder von vorne zu beginnen.

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Auch bei diesen Aufnahmen vom Dachstein Hochplateau ist einiges an Zeit vergangen. Knapp zwei Monate liegen zwischen dem Fotografieren und meinen fertigen Prints. Über diesen Zeitraum habe ich mich immer wieder mit den Bildern, die in diesen Tagen entstanden sind beschäftig.

Da war meine alleinige Beschäftigung damit, die Beschäftigung im Zuge der Bild-Nachbesprechung mit den TeilnehmerInnen der Workshops-Tage am Dachstein. Einen wichtigen Impuls die Serie noch etwas zu reduzieren hat dann eine der monatlichen Bildbesprechungen in der Tummelplatz Galerie gebracht. Im Anschluss daran erfolgte noch der Feinschliff an den Bildern und letztendlich landeten die Arbeiten dann final auf Papier.

Manchen mag das als lange vorkommen, obwohl ich denke es gibt sicherlich FotografInnen die ihre digitalen Arbeiten noch längere Zeiten der Reifung zugestehen.

Vor allem eines ist mir durch diese neue Gewohnheit klar geworden. Dadurch, dass die Bilder quasi nicht gleich nach dem Fotografieren bearbeitet werden, verheizt man das eigene Material nicht gleich in den sozialen Medien.

Der Drang die neuen Arbeiten sofort herzuzeigen reduziert sich damit nahezu auf Null.

Zwar hat man dann nicht andauernd und ständig etwas Neues zu zeigen, auf der anderen Seite was hat man schon von diesem Verhalten ausser kurzlebigen „Herzchen“ und „Gefällt mir…“? Trotzdem muss man auch festhalten, dass es leider heute ohne eine gewisse Präsenz in den diverses sozialen Medien auch nicht mehr geht wenn die künstlerische, fotografische Arbeit ein Teil des Broterwerbs ist.

Die eigene Webseite ist da irgendwie eine etwas andere Sache. Dorthin gelangen ja meist diejenigen die gezielt nach dieser Präsenz suchen, die die einem schon kennen und mal sehen möchten ob es etwas Neues zu sehen gibt oder die, die einen Link zur Webseite folgen.

Sich Zeit zu lassen, die Dinge etwas reifen lassen mit der Zeit funktioniert gerade in der Fotografie für mich bestens. Ob das für jemanden anderen auch funktioniert, nun dass kann ja jeder mal selbst ausprobieren oder halt auch nicht.


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