Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...

Normandie #3 - Arromanches - Gold Beach - Mulberry B

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Kommt man durch das kleine Städtchen Arromanches, in der Normandie zum Hafen und zum Strand, zeichnen sich draußen im Ärmelkanal bereits die riesigen Teile der Phoenix Elemente des künstlichen Hafens „Mulberry B“ ab.

Die Alliierten hatten in den Tagen nach der erfolgreichen Landung in der Normandie zwei künstliche Häfen an zwei verschiedenen Strandabschnitten angelegt. Der Hafen „Mulberry A„ wurde in der äusserst blutig erkämpften Landungszone mit dem Codenamen „Omaha Beach“ von den Amerikanern errichtet. „Mulberry B“ wurde vor dem Strand, der während der Operation Overlord den Codenamen „Gold Beach“ bekommen hatte in Sichtweite des Städtchens Arromanches von den britischen Landungstruppen errichtet. Nur einen Tag nach der Landung wurde bereits mit dem Bau dieser beiden künstlichen Hafenanlagen begonnen. Da alle anderen bereits bestehenden größeren Häfen in der Normandie zum Zeitpunkt der Landung noch unter der Kontrolle der deutschen Besatzungstruppen waren, hatte man eben diese beiden künstlichen Hafenanlagen geplant und dann in England vorgefertigt. Die riesigen Einzelteile wurden dann von England über den Ärmelkanal geschleppt und vor der Küste der Normandie zusammengesetzt.

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Sinn und Zweck dieser Häfen war es Schutz vor den Gewässern des Ärmelkanals zu bieten und trotz der sehr hohen und auch unterschiedlichen Gezeitenstände das sichere Entladen von weiteren Landungstruppen, Kriegsmaterial und Verpflegung zu ermöglichen. Dazu wurden auch um die Häfen künstliche Riffe durch Versenken von alten Schiffen und riesigen Senkkästen errichtet, hier sollten sich die Wellen vor dem Erreichen der Häfen bereits brechen. Um das für den Nachschub benötigte Material eigentlich rund um die Uhr abladen zu können, mussten die Piers beweglich gebaut werden. Sie hoben und senkten sich je nach dem Gezeitenstand. Bereits nach drei Tagen Bauzeit konnten die ersten Schiffe in diesen Häfen ihre Landung löschen. Das Bauende wurde mit dem 20. Juni 1944 angepeilt.

Doch diesen Tag sollte der Hafen „Mulberry A“ vor Omaha Beach nicht intakt erleben. Kurz vor dem geplanten Bauende breitete sich einer der heftigsten Stürme für diese Jahreszeit an den Landungszonen aus. Der von den Amerikanern errichtete „Mulberry A“ Hafen wurde fast vollständig von diesem Sturm vernichtet. Der Sturm dauerte einige Tage und da „Mulberry A“ noch nicht wie geplant gesichert worden war, konnten diese Stürme hier deren volle Gewalt entfalten. Die Amerikaner hatten am Omaha Beach schon einen immensen Blutzoll für die erfolgreiche Landung bezahlt und hatten nun auch noch nach mühevoller Errichtung den Hafen „Mulberry A„ an die Natur verloren. Aufgrund der großen Schäden durch diese Stürme wurde der Hafen vor Omaha Beach auch in weiterer Folge nicht mehr neu aufgebaut.

Der zweite künstliche Hafen, „Mulberry B“ der von den Briten am Gold Beach errichtet wurde, war ebenfalls von den Stürmen beschädigt worden. Die noch verwendbaren Teile von „Mulberry A“ wurden dann zur Reparatur und Komplettierung des künstlichen Hafens vor Arromanches verwendet. Kurz danach ging der von den Briten errichtete Hafen in Vollbetrieb und wurde mit großem Erfolg bis Ende Oktober 1944 genutzt. Über 220.000 Truppen, über 40.000 Fahrzeuge und mehr als 600.000 Tonnen an weiterem Material wurden im künstlichen Hafen vor Arromanches entladen.

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Die Reste dieses Hafens, die direkt am Strand und in größerer Entfernung draussen im Meer zu sehen sind, wirken auch heute noch sehr imposant. Man kommt nicht umhin, die enorme logistische Meisterleistung bei der Planung, Fertigung und natürlich auch beim Transport dieser Teile von England über den Ärmelkanal an die Küste der Normandie zu bewundern.

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Beim Betrachten und Fotografieren dieser Hafenreste ist mir immer wieder der Gedanke durch den Kopf gegangen, wie es denn hier wohl heute aussehen würde, wenn dieser künstliche Hafen über die letzten 75 Jahre immer wieder in Stand gehalten worden wäre. Das wäre über so einen langen Zeitraum sicherlich nicht möglich gewesen. Abgesehen davon, haben nach dem Kriegsende am 8. Mai 1945 die Menschen in Frankreich mit Sicherheit dringendere Sorgen und Probleme gehabt, als „Mulberry B“ in Stand zu halten.

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Der Ärmelkanal konnte sich so über die Jahrzehnte der langsamen Zerstörung dieser Bauwerke widmen. Die Reste dieses Hafen, so wie sie heute zu sehen sind, werden jedenfalls noch eine ganze Zeit lang, alleine durch deren Anwesenheit an die Landung der Alliierten Truppen am 6. Juni 1944 in der Normandie erinnern.

Euer Herbert


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