Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...

HEUTE #1 - 28. Mai 2013 - 2019

|

2013-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-naturfotoworkshop-thezenofseeing-herbert-koeppel_HNKs_109288_1.jpg

Vor einigen Tagen, als sich zwei Tage Workshop mit einem meiner Teilnehmer dem Ende zuneigte plauderten wir beim Zusammenpacken Seiner Prints noch etwas über die Fotografie. Dabei fiel mir ein, dass ich vor Jahren mal irgendwo gelesen hatte, dass es durchaus hilfreich sein kann sich die eigenen alten Arbeiten mal wieder anzusehen. Arbeiten, die auf den Tag genau vor einem, zwei oder sogar mehreren Jahren entstanden sind. In der eigenen fotografischen Entwicklung hat man ja durchaus Momente, in denen man sich fragt ob man sich weiterentwickelt hat, ob man die Technik nun besser im Griff hat, ob man immer noch Schwierigkeiten mit der Bildkomposition hat oder ob man gar immer und immer wieder die exakt gleichen Dinge fotografiert. Man sucht und fragt sich schon mal ob man Anzeichen einer persönlichen fotografischen Entwicklung erkennen kann.

Nach diesem Gespräch ist mir bewusst geworden, dass ich selbst so eine Rückschau in konzentrierter Art eigentlich auch mal machen könnte. Gerade seit Anfang dieses Jahres habe ich ja beim Durchforsten von alten Festplatten jede Menge altes Bildmaterial gefunden. Bildmaterial an dass ich mich teilweise schon gar nicht mehr erinnern konnte. Material, dass meine früheren Interessen und meine Art photographisch zu SEHEN widerspiegelte. Dieses alte Bildmaterial, so habe ich heuer für mich gelernt ist manchmal einfach nur eine Rückschau, bei manchen Bildern und Motiven aber auch eine Motivation alte, noch nicht wirklich beendete Projekte wieder aufzunehmen. Projekte die ich früher aus Zeitmangel, abflauenden Interesse oder einfach aus banaleren Gründen nicht mehr weitergeführt hatte.

Nun, heute ist der 28. Mai 2020. Irgendwann muss man ja anfangen, also habe ich diesen Tag gewählt und bin auf Zeitreise in meinem Lightroom-Katalog gegangen. Diese führte mich in die Jahre 2013, 2014, 2016, 2018 und 2019. Tatsächlich hatte ich in diesen Jahren ebenfalls am 28. Mai fotografiert. An einige Bilder konnte ich mich dabei nicht mehr wirklich erinnern, manche sind mir bei der Suche nach Bildmaterial zum Thema „Wienfluss Erinnerungen“ schon untergekommen und ein paar Bilder hatte ich auch schon mal im Print Archiv auf meiner alten Webseite.

Wie zu erwarten war, fanden sich natürlich auch noch Farbaufnahmen darunter. Wie ich bei „Etwas Farbe ist noch da...“ schon erwähnt hatte, lassen sich natürlich nicht alle meine alten Farbaufnahmen nach Schwarzweiss und ins Quadrat transformieren. Unter diesen Aufnahmen vom 28. Mai 2013 bis 2019 sind natürlich auch Bilder dabei, bei denen mir damals die Farbe total wichtig war und an diesem Umstand hatte sich bei der Betrachtung heute auch nichts verändert.

28 Mai 2013 Die folgenden Bilder sind damals während eines Workshops in Wien entstanden. Ein Workshop, denn ich eigentlich sehr gerne abgehalten hatte und auch gerne wieder ins Programm aufnehmen würde. Irgendwie waren diese Bilder damals, ein von mir nicht wirklich beachteter Wink mit dem Zaunpfahl. Sie waren ein Hinweis darauf, dass ich mich nicht „nur“ mehr mit der Naturfotografie beschäftigen wollte. Durchgesetzt haben sich diese Ideen und Gedanken aber dann doch erst einige Jahre später.

Auch das schwarzweisse Titelbild ist während diesem Workshop entstanden. Ein „Schattenselbstportrait“ auf einer der Brücken, die sich über den Wienfluss spannen.

2013-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-naturfotoworkshop-thezenofseeing-herbert-koeppel_HNKs_109363_0.jpg 2013-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-naturfotoworkshop-thezenofseeing-herbert-koeppel_HNKs_109324_0.jpg

2013-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-naturfotoworkshop-thezenofseeing-herbert-koeppel_HNKs_109272_1.jpg 2013-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-naturfotoworkshop-thezenofseeing-herbert-koeppel_HNKs_109389_0.jpg

28 Mai 2014 Am Wienfluss. Eigentlich ist es das Werk einer Graffiti Künstlerin bzw. Künstlers. Ob sich dieses Graffiti länger über 2014 hinaus gehalten hatte, kann ich jetzt gar nicht beantworten aber als Abbild existiert dieses Graffiti noch. Das Graffiti an sich habe ich damals gar nicht als so künstlerisch empfunden, aber der Gedanke „Alle Menschen sind Kunstwerke, gezeichnet vom Leben“ hatte mich durchaus beschäftigt.

2014-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-_DSC6883-4022.jpg

28 Mai 2016 Hier hatte es mich wieder an die Taugl gezogen. Bilder und Motive die auch in den Jahren bis 2018 immer wieder in meinem Archiv zu finden sind. Eine Motivwelt, die mich in der Vergangenheit sehr vie beschäftigt hatte. Doch dann brauchten die Taugl und ich voneinander gut eineinhalb Jahre Pause. Eine Pause, die nun wieder vorbei ist und in den nächsten Wochen und Monaten wieder zu neuen Aufnahmen und Erkundungen in dieser Landschaft führen werden. In „Zurück an der Taugl“ könnt Ihr noch einige Gedanken dazu nachlesen.

2016-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-_HNK2776-1018-4023.jpg

28 Mai 2018 Ein Bild aus meiner Ikebana - Serie. Eine Serie, die durch die Kontakte einer meiner Teilnehmerinnen zwischen Mai und Juni 2018 entstanden ist. Diese Bilder sind für mich auch ein Ausdruck meiner Affinität zu fernöstlichen Ideen und Philosophien. Auch hier, bin ich persönlich noch zu keinem Abschluss der Fotografie im Bezug auf Ikebana gekommen.

2018-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-_5280026-2752-3454.jpg

28 Mai 2019 Dieses Bild entstand auf einer Fahrt ins Waldviertel. Ein Teilnehmer und ich verbrachten einige Tage im nördlichen Waldviertel um dort auf Motivsuche zu gehen. Wie sich an den darauffolgenden Tagen und an den dabei entstandenen Aufnahmen zeigte, entstehen oft sehr interessante Aufnahmen direkt am Strassenrand - fernab eines jeden Naturschutzgebietes, sofern man es schafft den Zwang zur reinen Naturfotografie abzulegen.

2019-500px-web--herbertkoeppel-photographs-and-workshops-_5280047-4026.jpg

Für den heutigen Tag ist die Zeitreise mal zu Ende. Erstaunlicherweise haben sich beim Blick in die Vergangenheit, die meisten dieser Bilder wieder quadrieren lassen. Ein Umstand, der mir zeigt dass sich die Darstellungen in diesen Bildern auch damals bei der Aufnahme auch gleich verdichten hätten lassen.

Drei dieser Bilder (Bild #2 + #3 + #4) würden ohne der Farbe für mich einfach nicht das sein, was mit Farbe sind. Die restlichen Arbeiten funktionieren ohne Farbe bestens. Bild #8 war ja von der Aufnahme weg schon als Schwarzweiss Bild konzipiert. Die technische Bildqualität von Bild #1 ist eigentlich grausam. Die ISO Einstellungen waren damals weit über das Vermögen dieser Kamera hinaus eingestellt.

Doch wenn ich etwas in den letzten Jahren für mich vollkommen überdacht habe, dann sind das die Dinge wie digitales Rauschen und übertriebene Schärfe. Für mich persönlich kenne ich genug Bildbeispiele, bei denen das einzige Konzept an einem Bild die Bildschärfe ist, der Rest des Bildes aber eher langweilig wirkt. Die extreme Detailverliebtheit, die manche FotografInnen in Punkto Schärfe an den Tag legen kann ich in vielen Belangen nicht mehr für mich nachvollziehen.

Bildschärfe dort einzusetzen wo sie nötig wäre, ist vollkommen in Ordnung, doch auch eine Aufnahme die es nicht geschafft hat in Punkte Schärfe und Details alles technisch mögliche zu geben ist oft sehr reizvoll. Um es mit den Worten von Andreas Jorns zu sagen „Schärfe gibt’s beim Inder...“.

Euer Herbert


Kommentiere den obigen Beitrag.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht

Captcha

Processing...




Contact
Newsletter
Impressum
Site Map

Copyright © Herbert Koeppel

Diese Website nutzt Cookies, um bestmögliche Funktionalität bieten zu können.