Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie...

EnnsStones #3

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Heute geht es wieder mal um mein kurzes fotografisches Projekt an der Enns. Bereits am ersten und zweiten Tag meiner Erkundungen bin ich schon interessanten Gesteinsformen im und am Wasser begegnet.

Nachdem ich ja den Tipp aufgrund meines persönlichen Interesses an Steinen/Geologie und auch Wasser erhalten hatte, staunte ich nicht schlecht als ich dort meinem ersten Motiv, das dem geringen Pegelstand der Enns damals geschuldet war, gegenüber gestanden hatte. Bei meinem ersten Rundgang stand ich relativ bald diesem einer Badewanne nicht unähnlichem Gebilde gegenüber. Spannend, dass solche steinernen vom Wasser und Geschiebe geformten Formationen üblicherweise durch die Wasser der Enns verborgen waren.

2014/2015 als ich mich dort an der Enns herumtrieb, fotografierte ich ja schon gut sieben Jahre im Gebiet der Taugl. Die Felsen, Steine und Formationen an der Enns unterschieden sich sehr stark vom Gesteinsmaterial, dass man im Gebiet der Taugl findet. Durch unterschiedliche Feuchtigkeit, war das Gestein hier an der Enns, an manchen Stellen sehr hell und an anderen wiederum fast schwarz. Das Sonnenlicht reflektierte sich von diesen Gesteinen sehr schön, sofern die winterliche Wolkendecke das für kurze Momente zuließ.

Mehr als interessant waren die Formen, die durch das Wasser der Enns und der sich in der Strömung bewegenden kleinen und größeren Kieselsteinen bildeten. Es gab Abschnitte im Gestein, die sehr fest und andere die wiederum sehr weich waren. Die festeren Gesteine und Schichten lagen dabei eigentlich immer unter weicheren Ablagerungen, bzw. durchstiessen an manchen Stellen die weichen Schichten. Wie schon im letzten Beitrag erwähnt, holte ich dann zu einem späteren Zeitpunkt Informationen über die Geologische Bundesanstalt in Wien zu diesen Schichtungen ein.

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Nachdem ich dann einige dokumentarische Aufnahmen an Hr. Dr. KRENMAYR schickte, erhielt ich eine interessante Antwort zu den Gesteinen und Schichten, die ich da in letzter Zeit fotografiert hatte.

„Es handelt sich hier um typischen Schlier mit Sandsteinlagen, wie dieser in der Molassezone nördlich des Alpenbogens weit verbreitet ist. Altersmäßig handelt es sich um miozäne Sedimente, genauer gesagt Eggenburgium-Ottnangium (zwischen 20 und 17 Millionen Jahre alt). Es gibt noch keinen exakt gefassten Schicht- oder Formationsbegriff für dieses Sediment, als Arbeitsbegriff spricht man von „Sandstreifenschlier“. Die Sandpakete sind fast immer konkretionär verfestigt und z.T. tief und taschenartig in den ehemals weichen Schlammgrund des Meeresbodens eingesunken und erscheinen dann wie isolierte laibförmige Gebilde. Entstanden sind diese Sandlagen vermutlich bei großen, seltenen Sturmereignissen, wenn durch die starken Strömungen große Mengen von Sand ausnahmsweise bis in tiefere Beckenbereiche transportiert wurden. Der dunkle Schlier im engeren Sinne ist das „Beckennormalsediment“.“

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Ca. 20 Millionen Jahre alt, Sandstreifenschlier und Sandpakete. Das hellere und dunklere Material, dass ich dort fotografierte war dann wahrscheinlich der Schlammgrund des ehemaligen Meeresbodens und das Gebilde, dass mich an eine Badewanne erinnerte war also mal ein Sandpaket gewesen, dass dann im Meeresgrund eingesunken war. Größere und seltene Sturmereignisse und starke Strömungen hatte das alles hier geformt, dort wo heute die Enns ruhig und gemächlich darüber hinweg floss. Die Bezeichnung Eggenburgium-Ottnangium, leitet sich übrigens von der Stadt Eggenburg in Niederösterreich sowie von Ottnang am Hausruck in Oberösterreich ab. Orte, deren geologische Formationen in deren Umland hier für die Bezeichnung Eggenburgium-Ottnangium verantwortlich waren.

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Diese Auskunft der Geologischen Bundesanstalt in Wien bestärkte mich noch mehr darin, diese Formationen an der Enns, an der Grenze zwischen Ober- und Niederösterreich weiter solange zu fotografieren, bis der Pegelstand der Enns das nicht mehr möglich machte.

Euer Herbert


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