Es ist keine Kunst, es ist einfach nur Photographie…


Drei Bilder und ein paar Gedanken

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Drei eigentlich ganz einfache Bilder, die durch das Zusammenspiel von praktischer Fotografie und der Beschäftigung damit in der „digitalen Dunkelkammer“ für mich zu einem funktionierenden Zusammenspiel gefunden haben.

Fotografieren und die „digitale Dunkelkammer“
Zwei Dinge sind bei der Entstehung meiner Bilder wichtig, sogar in gleichen Teilen. Zuerst ist da natürlich der praktische photographische Teil. Sozusagen die Feldarbeit, das Photographieren an sich. Manchmal geht es dabei um ein bestimmtes Thema und manchmal bin ich ohne ein bestimmtes Ziel oder Bild im Kopf zu haben, quasi ohne besondere Erwartungen irgendwo zum Photographieren unterwegs.

Einen Ort, eine Landschaft zu durchstreifen und mich einfach auf das einzulassen was ich sehe ohne großartige vorherige Planung ist für mich oft wichtig. In vielen Fällen geht es mir dabei gar nicht um den Ort an dem ich gerade unterwegs bin. Dieser bildet oft nur den Rahmen der Möglichkeiten die ich dort eventuell vorfinde.

Für viele Menschen ist die praktische Fotografie der wichtigere Teil, die Beschäftigung mit den eigenen Bildern endet dann oft auch nach dem Fotografieren relativ bald.

Manche betrachten die Beschäftigung mit den aufgenommenen Bildern in der „digitalen Dunkelkammer“ auch abschätzig oder sehen in der Arbeit daran nur den Sinn nicht so gelungene Arbeiten aufzupeppen.

Ich für meinen Teil sehe meine praktische Photographie auf das engste mit der weiteren Beschäftigung mit meinen Arbeiten in der „digitalen Dunkelkammer“ verbunden.

Meine praktische Photographie erzeugt nicht das komplett fertige Bild beim Photographieren, sondern legt für mich den Grundstein für das fertige Bild.

Der intensive Blick auf die eigenen Arbeiten in der „digitalen Dunkelkammer“ verbessert und verfeinert meine Photographie.

Dinge die man während der Fotografie übersehen hatte, Fehler die man gemacht hat treten meist unübersehbar beim genauen Blick darauf in der „digitalen Dunkelkammer“ hervor. Dadurch habe ich im Laufe der Jahre gelernt auf viele Dinge während der Photographie besser zu achten.

Es hilft mir auch wie weit ich mit der gerade von mir verwendeten Technik gehen kann und trägt dazu bei, während der praktischen Photographie die Grundlage zu legen, in der „digitalen Dunkelkammer“ die Bilder so zu interpretieren wie ich mir das dann vorstelle.

Die praktische Fotografie und die Arbeit in der „digitalen Dunkelkammer“ beeinflussen sich also bei meiner Arbeit im positiven Sinne wechselseitig. Beides ist für mich für die Entstehung eines Bildes ungeheuer wichtig.

Ich habe mir auch angewöhnt vom „entwickeln der Bilder“ und eben von der Arbeit in der „digitalen Dunkelkammer“ zu sprechen. Meine Meinung nach werden die Begriffe Bildbearbeitung oder Post-Processing der kreativen Tätigkeit in der „digitalen Dunkelkammer“ absolut nicht gerecht.

Bildbearbeitung, Post-Processing klingt mir auch viel zu viel nach nach Verbesserung auf Knopfdruck.

Nach dem Fotografieren noch intensiv an den Bildern zu arbeiten, bedeutet für mich auch meinen aufgenommenen Arbeiten nochmals intensive Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Die Zeit, die ich mit meinen Bildern in der „digitalen Dunkelkammer“ verbringen ist für mich essenziell und bedeutet für mich Kreativität pur. Es ist ein ganz wichtiger Schritt um meine Bilder lebend zu machen.

Klarerweise muss man auch sagen, dass ein von Anfang an misslungenes Bild auch ein misslungenes Bild bleibt. Da hilft auch die längste Arbeit in der „digitalen Dunkelkammer“ nicht weiter.

Meine „digitalen Aufnahmen“ auf meiner Speicherkarte sind für mich „digitale Negative“ und keine „digitalen Polaroids“. Die Interpretation meiner „digitalen Negative“ in der „digitalen Dunkelkammer“ ist für mich also ein notwendiger und vor allem kreativer Vorgang.

Bilder brauchen Zeit
Das bringt mich etwas zum Thema Zeit. Vieles in unserer Welt so glaubt man zumindest, muss immer ohne viel Aufwand und vor allem schnell funktionieren. Die Meinung, dass die Bilder am besten fertig aus der Kamera kommen sollten, wird doch auch oft vertreten.

Die eigenen Arbeiten mal mehr, mal weniger über das blosse „Wiedergeben“ hinaus zu interpretieren empfinde ich aber als große Freude und sehe darin auch die Möglichkeit die eigene Kreativität zu fördern.

Doch das braucht Zeit und vor allem eines - Übung, Übung, Übung.

Die praktische Fotografie, die Bedienung der Apparate lässt sich relativ leicht erlernen. Das Bedienen der Werkzeuge in der „digitalen Dunkelkammer“ ebenso.

Doch der kreative Umgang mit Beiden benötigt Übung und Übung benötigt wiederum Zeit.

Selbst bei einem Workshop der sich um die Grundlagen der Fotografie dreht, ist es mir bereits wichtig auf diese Dinge hinzuweisen.

Es ist mir wichtig, dass die sogenannte Bildbearbeitung nicht als reine Fehlerkorrektur von nicht so gelungenen Bildern empfunden wird. Die Arbeit in der „digitalen Dunkelkammer“ nur als Verbesserungsmöglichkeit für „fehlerhafte“ Aufnahmen zu betrachten ist meiner Meinung grundlegend falsch.

Vorausgesetzt man löst sich vom Gedanken wie „OOC - Out of Camera“ und das die Kamera die Wirklichkeit exakt wiedergibt, so hat man die Chance ganz eigene, persönliche Interpretationen des beim Fotografieren gesehenen zu erschaffen.

Dabei bin ich ganz bei dem Gedanken, auch wenn dieser eventuell fälschlicherweise Ansel Adams zugeschrieben wird, dass ein wichtiger Teil der Wirkung eines Bildes durch die kreative Arbeit in der „digitalen Dunkelkammer“ zutage tritt.


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