Besser als jedes LIKE!

Gedanken zu Teilnahme am Kunst- und Designmarkt in Linz, Tabakfabrik vom 3.3. - 4.3.2018

Jeder Fotograf möchte wahrgenommen werden. Nein, anders. Jeder Fotograf wünscht sich, dass seine Fotografien wahrgenommen werden. Als Person selbst möchte ich da gar nicht so im Mittelpunkt stehen. Eher hoffe ich, dass meine Fotografien im Zentrum des Interesses stehen. Schliesslich soll ja nicht ICH in den Wohnzimmern von anderen Menschen hängen, sondern meine Fotografien sollen dort zum Betrachten an der Wand sein.

Die Mehrzahl der Fotografien wird heute auf digitalem Wege präsentiert, echtes Interesse ist dabei selten geworden. Meist beschränkt sich dieses heute bei der Präsentation im Internet auf mehr oder weniger hohle Kommentare, „Gefällt mir“ oder einfach auf ein „Daumen-Hoch“. Keine Frage, die Bilderflut ist mittlerweile zu einem Bilder-Tsunami angestiegen. Es sind einfach zu viele Bilder, mit ein Grund, warum man heute das digitale Bild als eher entwertet empfindet und die Halbwertszeit von digitalen Fotografien eigentlich nicht allzu hoch ist.

Bilder zum Anfassen kosten Geld. Das trifft im besondern auf Fotografien auf Papier zu. Sei es nun als einzelner Print, mit Passepartout oder im Rahmen, Fotografien kosten einfach Geld. Geld ist eine Form von Energie. Menschen müssen Lebenszeit, Lebensenergie aufwänden um an Geld zu kommen. Quasi ihre eigene Energie in Geld umwandeln. Wenn ein Mensch nun bereit ist, für eines meiner Bilder Geld auszugeben, dann ist das für mich immer etwas besonderes. Geld, Lebenszeit wird gegen eine Fotografie getauscht.

Neben der finanziellen Wertschätzung, die man durch den Kauf eines seiner Bilder erfährt, ist da noch ein anderer Punkt, der mich an der Tatsache fasziniert, dass meist mir fremde Menschen, Fotografien von mir erwerben. Meine Fotografien hängen in Wohnungen und Büros, die mittlerweile über einige tausend Kilometer verteilt sind und die Menschen, die diese Bilder erworben haben, sehen diese Bilder auch tagtäglich an Ihren Wänden. Ein sehr spannender Gedanke für mich.

In den letzten Jahren ist daher eine Vermutung für mich zur Tatsache geworden. Möchte man „echte“ und „reale“ Wertschätzung seiner Fotografien erleben, dann muss man aus dem digitalen Schatten des Internets hervortreten und mit den Fotografien nach „draussen“ auf die Menschen zugehen.

Diese Wertschätzung durch einen echten Menschen, der persönlich vor einem steht und mein Bild in seinen Händen hält, ist mir mehr wert, hat mehr Tiefgang und ist für die eigene fotografische Arbeit inspirierender als jedes „LIKE“ oder „GEFÄLLT MIR.“


HINWEIS: Meine Gedanken spiegeln immer meine ganz persönlichen Erfahrungen und meine Meinung wider. Wie nirgends im Leben, gibt es so etwas wie „die einzige Wahrheit“ auch nicht in der Fotografie. Daher schreibe ich in meinem Blog über die Dinge und Gedanken, die mich im Bezug auf die Fotografie und vor allem im Bezug auf meine Fotografie beschäftigen, persönlich gefärbt und mit Sicherheit subjektiv.

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Antwort auf einen Kommentar .....

Im drehenden Wald<br />Wienerwald, Mauerbach, Österreich. 2016Wienerwald, Mauerbach. 2016Am Fischteich<br />Wienerwald, Mauerbach, Österreich. 2016


Hallo Wolfgang,  schön das Du geteilter Meinung bist durch meine Fotografien. Da merkt man, dass jemand sich die Bilder auch mal intensiver ansieht und nicht nur denkt "Wow!", "Super!" , „Gefällt mir!“, „Gefällt mir nicht!“ oder einen ähnlichen kurzen Gedanken bei der Bildbetrachtung hat. Du hast mich durch Deinen
Kommentar zu einigen Gedanken angeregt.

Bei genauerer und intensiver Betrachtung meiner eigenen Fotografie habe ich festgestellt, dass ich vor allem mal gerne in der Natur draussen bin. Wie Du ja weisst auch nahezu fast bei jedem Wetter. Die Naturfotografie ist ja vor allem mal ein Bereich der Fotografie, bei dem das Interesse, d.h. die Motive aus der Natur kommen - z.B. Landschaften, Tiere und all die anderen Erscheinungen, die die Natur hervorbringt. Das bedeutet nicht zwanghaft, dass die Naturfotografie nur im dokumentarischen Sinne, sozusagen aufgenommen und gezeigt wie es war, verstanden werden darf und soll. Die meisten Amateure sehen in der Beschäftigung mit der Fotografie ja eigentlich vorrangig den Zweck der Unterhaltung, zum einen das Erlebnis in der Natur zu sein und zum anderem dem Zweck ein Abbild von dem festzuhalten was man gesehen und mit allen Sinnen erlebt hat und auch anderen diese Bilder anschliessend zeigen zu können.

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