Fotografischer Jahresrückblick 2017

In den vergangenen Jahren hatte ich immer den Wunsch, mir gegen Ende des Jahres ein Dutzend meiner Fotografien herauszusuchen und mir dazu ein paar Gedanken zu machen. Das sollte auch dem Zweck dienen, mein vergangenes fotografisches Jahr etwas zu resümieren.

Fast 100% der 2017 aufgenommenen Fotografien sind durchgesehen. Wenn ich es mal auf die schnelle so durchrechne, dann haben knapp 5% meiner 2017 fotografierten Bilder meinen Auswahl- und Entwicklungsprozess überstanden.

Eigentlich Alle, die von mir 2017 aufgenommenen Fotografien sind an Orten entstanden, an denen ich mindestens schon einmal war. Diese Orte kenne ich gut, an manchen Stellen kenne ich fast schon jeden Stein und doch finden sich an diesen Orten immer wieder neue Ansichten und Motive. In den letzten Jahren bin ich auf der Suche nach Motiven eigentlich nie im Ausland gewesen. Motive in unserem Land anzusteuern hilft mir dabei, mich besser auf einen Landstrich, eine Landschaft oder auf einen Ort zu konzentrieren und fokussierter dort an meiner Fotografie zu arbeiten. Persönlich bin ich ein Mensch, der für seine fotografisch künstlerische Betätigung immer wieder an die gleichen Orte zurückkommen muss. Diese Art und Weise schützt mich auch davor, mich zum Landschafts-Paparazzi zu entwickeln, irgendwo hinzufahren, dort alles abzufotografieren und dann eventuell nicht mehr wieder zurückzukehren.

Die Aufnahmen im fotografischen Jahresrückblick 2017 sind an der Taugl, im Region Nationalpark Gesäuse, in der Region Mostviertel, in der Region Neusiedlersee, im Europaschutzgebiet Traun-Donau Auen, im Waldviertel und im Wald hinter meiner Bleibe entstanden. Die meisten dieser Regionen habe ich in den letzten Jahren immer wieder besucht und konnte diese auch 2017 wieder mehrmals besuchen.



Bild Nr. 1 Jänner 2017 - Region Taugl - Herbert Koeppel FineArt Photography and Workshops - www.herbertkoeppel.com - www.naturfotoworkshop.at
Bild Nr. 1 Jänner 2017 - Region Taugl


Bild Nr. 1 Jänner 2017 - Region Taugl
In dieser Woche, in der dieses Bild entstanden ist war es wirklich kalt. Zwischen -10 und -15 Grad unter Null zeigte das Thermometer während den beiden Workshops und der gesamten Woche, an der ich an der Taugl im Jänner 2017 unterwegs war, an. Seit 2008 fotografiere ich nun schon in der Landschaft der Taugl, bis zum Jänner 2017 hatte ich persönlich es dort nie so kalt erlebt. Viele Stellen waren auch komplett zugefroren und man konnte unter dem glasklaren Eis die Forellen im Wasser schwimmen sehen.

An dieser Stelle hatte ich vor Jahren schon mal ordentlich viel Eis fotografieren können. Die Eiszapfen sind hier teilweise 5-8m hoch und hängen recht bedrohlich herunter. Man braucht eine zeitlang, bis man sich traut, sich diesem Eisgebilde etwas zu nähern. Vorsicht ist hier auch angebracht, war ich doch schon mal Zeuge eines riesigen herabfallenden Eiszapfens. Doch an diesem Tag bestand bei Temperaturen um die -15 Grad keine Gefahr. Man hatte eher das Gefühl ohne Handschuhe am blanken Eis festzukleben. Was mich hier faszinierte war der höhlenartige Eindruck, der durch die Fotografie entstand. Damals wie heute habe ich bei der Betrachtung dieser Fotografie, den Eindruck vor einem Eingang zu einer recht großen Eishöhle zu stehen.

In letzter Zeit tummeln sich so einige Fotografen und Fotografinnen an der Taugl. Startet man eine Suche z.B. auf 500px.com nach Bildern der Taugl. Wird man mit sehr vielen ähnlichen Bildern konfrontiert. Abgesehen davon, dass die Aufnahmen sehr oft schräge Farben haben, Farben, die sehr oft an einen Chemieunfall erinnern. Wird einem durch so eine Bildersuche das Gefühl vermittelt, dass es dort nicht sehr viele Motivmöglichkeiten gibt. Liebe Leser ich kann Euch versichern, dort gibt es Abseits der, von den meisten Workshops besuchten Locations noch genügend andere hochinteressante Stellen. Gäbe es dort nicht eine nahezu unendliche Motivvielfalt, so würde ich 2018 nicht schon insgesamt 10 Jahre dort fotografieren.

Weitere meiner Fotografien aus diesem Gebiet könnt Ihr Euch im
Print Portfolio - Taugl ansehen. Wer Interesse am Besuch einer meiner Workshops an der Taugl hat, findet hier bei der Workshop-Beschreibung Die Taugl - Harter Fels und weiches Wasser Informationen darüber.



Bild Nr. 2 Februar 2017 - Region Nationalpark Gesäuse - Herbert Koeppel FineArt Photography and Workshops - www.herbertkoeppel.com - www.naturfotoworkshop.at
Bild Nr. 2 Februar 2017 - Region Nationalpark Gesäuse


Bild Nr. 2 Februar 2017 - Region Nationalpark Gesäuse
Diese Aufnahme ist während eines zweitägigen Aufenthalts in der Region Nationalpark Gesäuse entstanden. Elisabeth, eine privatissimum-365-Teilnehmerin, wurde von mir durch die verschneite Landschaft der Region Nationalpark Gesäuse geführt. Die Landschaft zeigte sich an diesem Tag Weiss in Weiss. Verschneite Felder und Wiesen gingen Ton in Ton in den Himmel über. An diesem Morgen hatte man eine Vorstellung davon bekommen, was denn der Begriff "White out" bedeuten könnte.

Eine der Gründe, warum sich die Fotografie in Schwarz-Weiss bei mir so festgesetzt hat, ist der, dass es am Anfang eigentlich eine Einschränkung gegenüber der Farbfotografie bedeutete. Farben wegzulassen bzw. nicht darstellen zu können bedeutete für mich eine Beschränkung der Möglichkeiten. Wobei ich diese Einschränkung nicht als Mangel bezeichnen würde, sondern als neu gewonnene Freiheit in der Gestaltung. Dadurch, dass ich nicht mehr versucht habe, das von mir gesehene in den Farben aufnehmen und wiederzugeben, die mir mein Gehirn produzierte, konnte ich mich auf andere mir wichtigere Dinge beim Fotografieren konzentrieren. Im Zusammenhang mit der Fotografie liest man ja oft von "Weniger ist mehr!". Tatsächlich, konnte ich diese Erfahrung bei der Konzentration auf die Wiedergabe meiner Arbeiten in Schwarz-Weiss machen.

An diesen zwei Tagen hat für mich auch die nähere Beschäftigung mit dem Quadrat, seinen Anfang genommen. Mancher wird es wieder als Einschränkung betrachten, kein Quer- und kein Hochformat mehr. Doch mittlerweile, mehr als ein Jahr später ist diese Einschränkung wieder zu einer Befreiung, zu einer neuen gestalterischen Freiheit geworden. Für mich ein Schritt weiter in Richtung "
Weniger ist mehr!"

Der Nationalpark Gesäuse ist ebenfalls eine Landschaft in der ich heuer, 2018 nun schon zehn Jahre unterwegs bin. Sei es im Rahmen von Workshops der
FotoSchule Gesäuse, im letzten Jahr sehr oft mit meinen privatissimum-Teilnehmern oder einfach um selbst dort zu Fotografieren. Diese Region hat sich mir sehr langsam erschlossen. Die zahlreichen Workshop, die ich seit 2008 gemeinsam mit dem Fotografen Franz Kovacs für die FotoSchule Gesäuse abgehalten habe, haben dazu viel beigetragen. Diese Region ist fotografisch sehr reizvoll. Wobei man auch im Gesäuse aufpassen muss, dass man sich nicht in ewigen Wiederholungen, Postkarten- oder Kalendermotiven fotografisch verliert.

Einige meiner privatissimum365 Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten letztes Jahr den Wunsch, Zeit in der Landschaft des Gesäuses zu verbringen. Bei einem einmaligen und kurzen Besuch kann man natürlich nicht einen kompletten Nationalpark kennenlernen, aber man bekommt einen Eindruck von der Landschaft und ich hoffe, dass der eine oder andere wiedermal zum Fotografieren ins Gesäuse zurückkehrt.

Apropos privatissimum365. Beim p365 handelt es sich um einen ca. einjährigen Einzelworkshop. Sozusagen, der ultimative Einzelworkshop. Davon gibt es zwei Varianten. Das
privatissimum365, hier sind wir in ganz Österreich unterwegs oder das privatissimum365 im Nationalpark Gesäuse. Dabei widmen wir uns fotografisch nur dem Nationalpark Gesäuse. Falls sich jemand auf das Abenteuer Landschaftsfotografie für einen längeren Zeitraum einlassen möchtet, der findet in diesen beiden angebotenen privatissimum-Varianten eventuell genau den richtigen Workshop für sich.

Einige meiner aktuellen Fotografien aus der Region Nationalpark Gesäuse könnt Ihr Euch im
Print Portfolio Region Nationalpark Gesäuse ansehen.


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Bild Nr. 3 März 2017 - Aus der Serie Taunleiten - Hinter dem Haus


Bild Nr. 3 März 2017 - Aus der Serie Taunleiten - Hinter dem Haus
Diese Aufnahme ist ein Teil aus meiner noch immer laufenden Serie „Taunleiten - Hinter dem Haus“. Sie führt mich im Wald hinter meinem Wohnort. Immer und immer wieder auf gleichen Wegen durch, oder um den Wald. Der Zweck der Beschäftigung mit diesem relativ kleinen landschaftlichen Bereich unweit meines Wohnortes, dient dazu, mir Übung darin zu verschaffen auch in einer Landschaft, die ich gut kenne immer wieder Neues zum Fotografien zu entdecken.

Dieses Bild hat für mich immer eine gewisse Leichtigkeit. Einerseits ist es sehr hell gehalten, andererseits rahmen dunklere Teile von jüngeren und älteren Bäumen, die freundliche und helle Fläche in der Mitte des Bildes ein und lassen somit den Blick zum Licht gleiten. Ich mag diese Aufnahme sehr. Sie zeigt eigentlich nichts spezifisches, sondern vermittelt mir eher ein gewisses Gefühl von Leichtigkeit.



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Bild Nr. 4 April 2017 - Region Mostviertel


Bild Nr. 4 April 2017 - Region Mostviertel
Der April 2017, war wirklich ein Monat der seinem Namen alle Ehre machte. Mich fotografisch mit der Obstbaumblüte zu beschäftigen, ist in den letzten Jahren auch eine wiederkehrende Tätigkeit geworden. Die Obstbaumblüte hatte letztes Jahr schon zeitig eingesetzt. Daher machte mir und einigen meiner TeilnehmerInnen vor dem Beginn des Workshops die einsetzende Kälte sorgen. Würden die Bäume noch Blüten tragen beim Workshop? Die Blüten waren beim Workshop noch an den Obstbäumen, doch der Winter kam kurzfristig sehr heftig zurück und zauberte uns eine winterliche Landschaft mitten in die Obstbaumblüte.

Kurz bevor ich dieses Bild machte, setzte starker Schneefall ein. Wind und Wetter halten mich ja nicht so leicht vom Fotografieren ab und so nutzte ich die Gelegenheit um die Obstbaumblüte im winterlichen Flair zu festzuhalten.



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Bild Nr. 5 Mai 2017 - Region Nationalpark Neusiedlersee


Bild Nr. 5 Mai 2017 - Region Nationalpark Neusiedlersee
War es bei der Aufnahme des Bildes vom April 2017 ganz schön kalt, so waren die Temperaturen im Mai völlig anders. Heiss, es war wirklich heiss. Zwei meiner privatissimum-p365 Teilnehmer (Brigitte und Engelbert) hatten sich jeweils den Neusiedlersee als fotografische Kulisse gewünscht. Vor der Ankunft der Beiden hatte ich ca. einen Tag Zeit um die Region zu erkunden.

Was einem dort auffällt sind die Tierfotografen - vornehmlich Vogelfotografen. An vielen größeren und kleineren Lacken sitzen Sie mit Ihren langen Tüten. Leicht hatten die es nicht, denn aufgrund der Hitze waren die Lacken recht geschrumpft und die begehrten Fotomotive daher noch weiter weg als üblich. Nun, da mir das Gen für die Tierfotografie tatsächlich fehlt, waren diese Probleme zum Glück nicht meine. Wobei Gelegenheit für die Vogelfotografie hätte ich genug gehabt. Da waren einerseits die wirklich zahlreichen Graugänse mit Ihren Jungen, die sehr oft die Wege querten. Dann noch die vielen Läufer und Löffler, die ich bei einer kleineren Lacke eigentlich bequem mit dem 180mm (KB) fotografieren hätte können. Sowie eine sehr imposante Begegnung mit einem Storch, sozusagen Auge in Auge auf knapp zwei Meter Entfernung. Der Versuch, diese Begegnung fotografisch festzuhalten, hätte diese Situation völlig zerstört. Alles was ich dann eventuell gehabt hätte, wäre eine Fotografie gewesen, die diesem Tier nicht im geringsten entsprochen hätte.

Bekanntermassen ist ja der Nationalpark Neusiedlersee so etwas wie das El Dorado der Vogelfotografen. Aus der Perspektive eines Landschaftsfotografen muss ich sagen, hat sich die Sache für mich wesentlich anspruchsvoller dargestellt. Die Gegend ist einfach nur flach, egal in welche Richtung man blickt, alles flach. Sofern man sich nicht in den ewigen fotografischen Wiederholungen von Sonnenauf- und Untergängen am See selbst oder an den zahlreichen Lacken ergehen möchte, muss man echt nach landschaftlich ansprechenden Motiven suchen.

Mir hatte dabei die obige Aufnahme sehr gut gefallen. Eine ruhige und stille Ansicht einer der größeren Lacken in der Nähe des Neusiedlersees. Als ich das Bild entwickelte, störten mich am unteren Bildrand so komische, unförmige schwarze und weisse Flecken. Diese Flecken entpuppten sich bei genauerem Hinsehen als diverse Vögel. Wahrscheinlich ein Frevel in den Augen von vielen Tierfotografen, aber diese Flecken (Vögel) musste ich aus dem Bild entfernen.

Einige meiner aktuellen Fotografien aus der Region Nationalpark Gesäuse könnt Ihr Euch im
Print Portfolio Region Neusiedlersee ansehen.

Informationen zu den beiden angebotenen p365 Varianten findet Ihr unter den folgenden Links:
privatissimum365 und privatissimum365 im Nationalpark Gesäuse.


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Bild Nr. 6 Juni 2017 - Region Mostviertel


Bild Nr. 6 Juni 2017 - Region Mostviertel
Heiss war es wiedermal, viel heisser als im Mai 2017. An diesem Tag war ich mit Gottfried, einem privatissimum-365 Teilnehmer in der Region Mostviertel unterwegs. Viel Sonne, blauer Himmel und wenig Wolken. So hat sich der Tag am Vormittag gezeigt. Nach einigen Irrfahrten durch das Mostviertel sind wir dann einen Güterweg entlang gefahren und dabei auf dieses Motiv gestossen. Hätte ich mich nicht vor drei Jahren auf die SW-Fotografie beschränkt, so wäre mir dieses Motiv bei diesem Licht völlig entgangen.

Dieses Bild vermittelt mir die scheinbare weite dieser Landschaft. Obwohl das sehr täuscht, ist doch das Mostviertel eher eine sehr hügelige Landschaft. Doch die aufgenommene Strasse, die von den Getreidefeldern links und rechts flankiert wird, zieht mich beim Betrachten immer wieder bis hin zum Horizont und vermittelt mir dadurch ein Gefühl von Weite und Entfernung.

Einige meiner aktuellen Fotografien aus dem Mostviertel könnt Ihr Euch im
Print Portfolio Region Mostviertel ansehen.
Informationen zu den beiden angebotenen p365 Varianten findet Ihr unter den folgenden Links:
privatissimum365 und privatissimum365 im Nationalpark Gesäuse.


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Bild Nr. 7 Juli 2017 - Europaschutzgebiet Traun-Donau Auen


Bild Nr. 7 Juli 2017 - Europaschutzgebiet Traun-Donau Auen
War es im Juni 2017 heiss, so war es im Juli 2017 an dem Wochenende des Workshops in den Traun-Donauauen noch heisser. Die Workshop-Gruppe und ich waren gerade unterwegs zur Location für den späten Nachmittag und Abend. Dabei führte einem der Weg durch den dichten Auwald. Obwohl weder das vorherrschende Licht, noch die Situation, an sich etwas gespenstisches hatte, vermittelte mir dieser Aubaum aber genau dieses Gefühl. Die frühsommerliche Atmosphäre war ja alles andere als unheimlich. Aber dieses Grundgefühl, die dieser Baum für mich ausstrahlte war eindeutig für mich da. Somit habe ich bei der Entwicklung des Bildes diese Stimmung für mich umgesetzt und die leicht unheimliche und mystische Atmosphäre für mich damit im fertigen Bild widerhallen lassen.

Einige meiner Fotografien aus dem Europaschutzgebiet Traun-Donau Auen könnt Ihr Euch im
Print Portfolio Europaschutzgebiet Traun-Donau Auen betrachten.


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Bild Nr. 8 August 2017 - Waldviertel



Bild Nr. 8 August 2017 - Waldviertel
An der Hitze der letzten beiden Monate (Juni, Juli 2017) hatte sich im August 2017 nicht viel verändert. An diesen Tagen war ich mit Gottfried, einem privatissimum-365 Teilnehmer im Waldviertel auf Motivsuche. Eines nachmittags waren wir unterwegs auf der Suche nach möglichen Motiven. Während dieses kleinen Road-Trips in der Nähe von Hardegg und der tschechischen Grenze fuhren wir an einem kleinen Birkenwäldchen, dass am Rand eines recht großen Badesees gelegen war vorbei.

Allzu groß war dieses Wäldchen nicht, aber es waren recht große Birken, die auch dicht beisammen standen. Das Wäldchen war bald ausgekundschaftet und die eine oder andere interessante Position für eine Aufnahme gefunden. Einer der Standpunkte war es mir dann auch Wert mein Stativ und meine Kamera darauf aufzubauen. Zunächst galt es für mich aber einen Ausschnitt zu finden, der mir gefiel, zusagte und mich bei der Wiedergabe dieses kleinen, aber netten Birkenwäldchens unterstützte.

In den letzten Jahren hat mir dabei eigentlich mehr der Blick durch meinen hölzernen Motivrahmen genützt, als der Blick durch den Sucher oder auf das hintere Display der Kamera, die ich gerade benutzte. Durch den Motivrahmen fühle ich mich freier im Auffinden eines Ausschnitts der mir zusagt.

Obwohl wir eigentlich einen sonnigen späteren Nachmittag hatten, schwebte mir letztendlich doch eine etwas verträumte Wiedergabe dieses Wäldchens vor. Durch eine Spezialbehandlung der Frontlinse meines Objektivs konnte ich mir die verträumte Stimmung für mein Birkenwäldchen schaffen und die Grundlage, das digitale Negativ, für meine fertige Fotografie auf Papier damit erzeugen.



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Bild Nr. 9 September 2017 - Region Nationalpark Gesäuse


Bild Nr. 9 September 2017 - Region Nationalpark Gesäuse
Diese Fotografie hat mir der Besuch des Nationalpark Gesäuse mit einem meiner privatissimum-365 Teilnehmer Christian beschert. Wir hatten uns an diesem Tag bereits an zahlreichen fotogenen Plätzen im Gesäuse herumgetrieben.Viele davon sind mittlerweile schon fotografische Allgemeinplätze und daher halte ich beim Fotografien im Nationalpark Gesäuse immer Ausschau danach, persönliche und neue fotografische Interpretationen zu finden.

Im Laufe eines Tages können die Stimmungen, die vom Licht erzeugt werden an vielen Stellen entlang der Enns sehr verschieden ausfallen.
Sofern man nicht vorhat, in höher gelegene Teile des Nationalparks zu wandern, findet man entlang der Enns, zwischen Admont und Hieflau jede Menge an Motiven.

Weitere aktuelle Fotografien aus dem Nationalpark Gesäuse findet Ihr im
Print Portfolio Region Nationalpark Gesäuse.


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Bild Nr. 10 Oktober 2017 - Taugl


Bild Nr. 10 Oktober 2017 - Taugl
Man kann durchaus behaupten, dass 2017 eines der Jahre war, an denen ich am häufigsten bisher an der Taugl unterwegs war. Sei es zwischen den Workshops alleine, bei Workshops oder mit meinen privatissimum-365 Teilnehmern und Teilnehmerinnen.

An diesem Ort, der von manchen meiner Teilnehmer „das Zimmer“ genannt wird, war ich in den Jahren davor schon sehr oft. Für mich persönlich ist es immer eine Herausforderung, an mir wirklich gut bekannten Stellen neue bildliche Interpretationen zu finden. An diesem Tag viel es mir aber besonders schwer. Nach zahlreichen Versuchen, an unterschiedlichen Positionen mit unterschiedlichen Objektiven fand ich dann doch endlich einen Blickwinkel, der für mich neu war und auch noch zusagte.

Diese Aufnahme ist einer meiner persönlichen Favoriten aus dem Jahr 2017. Zeigt sie doch, die in der Landschaft der Taugl so gut sichtbare Geologie und deren Kräfte, die im Erdinneren, neben anderen oberflächlichen Einfüssen unsere heute sichtbare Landschaft in der Vergangenheit formten und auch heute noch immer umformen.

Weitere Fotografien aus der Region Taugl findet Ihr im
Print Portfolio Taugl.

Sollte der Eine oder Andere von Euch, nun Interesse an diesem geologisch und fotografisch interessanten Gebiet bekommen haben, so würde es mich freuen den- oder diejenige bei einem meiner Workshops
Die Taugl - Harter Fels und weiches Wasser begrüssen zu dürfen.


2017-november-herbert-koeppel-fineart-photography-and-workshops-herbertkoeppel-com-naturfotoworkshop-at
Bild Nr. 11 November 2017 - Region Nationalpark Gesäuse


Bild Nr. 11 November 2017 - Region Nationalpark Gesäuse
Wieder im Gesäuse. Diesmal mit Helmut, einem meiner privaissimum-365 Teilnehmer. Diese Tage wären nicht unbedingt die wettermässigen Lieblingstage von vielen Fotografen gewesen. Denn es hat ganz schön geregnet, etwas am ersten Tag und ganz ordentlich am zweiten Tag.
Neben den üblichen Motiven, Berg im Morgenlicht oder Berg im Abendlicht bietet der Nationalpark Gesäuse reichlich Motive. Holz, bzw. Bäume als Motive gibt es auch hier jede Menge. So sind mir bei der Motivsuche mit Helmut im Johnsbach-Tal, die obigen Bäume an einem unterspülten Abschnitt des Johnsbaches aufgefallen.

Ein Blick durch den Sucher zeigte, dass ich mit meiner Einschätzung nicht so ganz daneben lag. Die dünnen Stämme wirkten einerseits irgendwie chaotisch, andererseits wirken sie auch auf eine bestimmte Art und Weise geordnet. Natürliche Ordnung und natürliches Chaos in einem Motiv, dass war es letztendlich, was mich bei diesem Bild angesprochen hatte.

Weitere Fotografien aus der Region Nationalpark Gesäuse findet Ihr im
Print Portfolio Region Nationalpark Gesäuse .



2017-dezember-herbert-koeppel-fineart-photography-and-workshops-herbertkoeppel-com-naturfotoworkshop-at
Bild Nr. 12 Dezember - Region Mostviertel


Bild Nr. 12 Dezember - Region Mostviertel
Schnee, es gab vor Weihnachten 2017 schon Schnee, nicht zu glauben. Als Fotograf muss man echt aufpassen, bei guten fotografischen Wetterbedingungen nicht zu faul zu sein. Viel zu leicht verschiebt man eine Fototour auf den nächsten Tag. Wäre ich hier erst am nächsten Tag dorthin zum Fotografieren gefahren, dann hätte ich auf den Bäumen kein bißchen Schnee mehr gehabt. Denn so wie es sich gehört, schmolz die ganze weisse Pracht vor dem Weihnachtstag wieder komplett weg.

Die Strassenverhältnisse in den höher gelegenen Teilen des Mostviertels waren an diesem Tag nicht ungefährlich. Ziemlich glatt und teilweise auch noch verschneit. So glatt, dass man beim Aussteigen aus dem PKW aufpassen musste, nicht gleich auszurutschen und hinzufallen. Gute drei Stunden hatte ich mir bekannte und weniger bekannte Stellen aufgesucht. Eine bestimmte Baumreihe, die ich schon aus dem Frühjahr kannte, fiel mir erst am Ende meiner Tour wieder auf. Nachdem ich das Motiv zuerst ohne Kamera vom richtigen Standpunkt aus begutachtete, musste ich nochmals die rutschige Strasse und den Hügel rauf zum PKW um Kamera, Objektiv und Stativ zu holen.

Es ist eine Aufnahme, die für mich auf das wesentliche reduziert ist. Sechs kleine Obstbäume in einer noch verschneiten Landschaft. Der nach oben hin offene und weisse Raum in dieser Fotografie lässt den Obstbäumen sehr viel Platz zum Atmen. Für mich eine ruhige und ansprechende Aufnahme.

Auch, wenn die am Anfang meines fotografischen Jahresrückblicks erwähnten 5% meiner übergebliebenen Fotografien gerade mal 240 Aufnahmen im letzen Jahr ausmachten, so bin ich mit meinen fotografischen Ergebnissen 2017 doch sehr zufrieden. Es waren weitere 365 Tage in meinem fotografischen Leben, die mich wieder wachsen haben lassen und mir dadurch die Chance zur Weiterentwicklung gaben.

Diese Weiterentwicklung ist auch der Beschäftigung mit meinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer meiner Workshops geschuldet. Viele von Ihnen versuchen, oder sind auf dem Weg interessante Fotografen zu werden. Gerade die Weitergabe von persönlichen Erfahrungen und Wissen ist eine sehr befriedigende Tätigkeit. Es ist niemals eine Einbahnstrasse, Lehrer und Schüler, sofern man diese Begriffe hier verwenden möchte, lernen immer gegenseitig voneinander. Es findet ein Austausch statt, der jeden von beiden in seiner persönlichen fotografischen Entwicklung einen Schritt weiter bringt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ebenfalls nur das Beste bei Eurem eigenen fotografischen Fortkommen im heurigen Jahr 2018 und freue mich schon darauf, Eure heurigen fotografischen Arbeiten zu sehen, Euch bei meinen Workshops zu begrüssen und Euch 2018 wieder ein Stück Eures fotografischen Weges zu begleiten.

Weitere Fotografien aus der Region Mostviertel findet Ihr im
Print Portfolio Region Mostviertel.

Herbert Koeppel

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